Muhammad (s) – Sein Leben, seine Botschaft

Mohammad-saw

Von Imam Benjamin Idriz

Muhammed (s – sallallahu alayhi wa sallam), Friede sei mit Ihm, wurde in Mekka, nach dem Tod seines Vaters Abdullah, im Jahr 570 an einem Montag geboren. Im Alter von sechs Jahren verlor er seine Mutter Amina. Mit seiner Eigenschaft und Moral war der junge Muhammed (s) bekannt unter den Mekkanern. Noch vor seiner Zeit als Prophet bezeichneten Menschen Ihn als „al-amin“, „ der Vertrauenswürdige“, weil er ein Symbol für Sicherheit und Vertrauen war.

Im Alter von 40 Jahren, als er auf dem Berg Hira in Mekka meditierte, stieg der Erzengel Gabriel zu ihm herab und überbrachte Ihm von Gott die Weisung:

اقْرَأْ بِاسْمِ رَبِّكَ الَّذِي خَلَقَ  خَلَقَ الإِنسَانَ مِنْ عَلَقٍ  اقْرَأْ وَرَبُّكَ الأَكْرَمُ  الَّذِي عَلَّمَ بِالْقَلَمِ  عَلَّمَ الإِنسَانَ مَا لَمْ يَعْلَمْ
»Lies im Namen deines Herrn, Der erschuf… Lies; denn dein Herr ist Allgütig, Der mit dem Schreibrohr lehrt, lehrt den Menschen, was er nicht wusste.« (96/1). 
Mit dieser ersten Offenbarung wurde Ihm die Prophetie angekündigt. Der Koran wurde als letztes Glied der mit Adam beginnenden Kette von Offenbarungen Gottes im Jahre 610 durch den Propheten Muhammad verkündet, um den Glauben der Menschen auf Erden neu zu beleben und eine Gemeinschaft zu gründen, die den monotheistischen Glauben vertreten sollte. Das Ziel war, unter Menschen eine gemäßigte (muslimische) Gesellschaft zu gründen:

وَكَذَلِكَ جَعَلْنَاكُمْ أُمَّةً وَسَطًا لِّتَكُونُواْ شُهَدَاء عَلَى النَّاسِ وَيَكُونَ الرَّسُولُ عَلَيْكُمْ شَهِيدًا
»Und haben Wir gewollt, dass ihr eine Gemeinschaft des Mittelweges seid, auf dass ihr (mit eurem Leben) Zeugnis für die Wahrheit vor aller Menschheit geben möget und dass der gesandte Zeugnis dafür vor euch geben möge.« (2/143)

Allahs Prophet Muhammed (s) war damit beauftragt, den Menschen die Botschaft des Friedens zu überbringen. Die Kernbotschaft seiner Lehre war und ist: Friede und Barmherzigkeit.

وَمَا أَرْسَلْنَاكَ إِلاَّ رَحْمَةً لِّلْعَالَمِينَ
»Und Wir haben dich nur als Barmherzigkeit für die Welten gesandt.« (21/107)

وَمَا أَرْسَلْنَاكَ إِلاَّ كَافَّةً لِّلنَّاسِ بَشِيرًا وَنَذِيرًا وَلَكِنَّ أَكْثَرَ النَّاسِ لا يَعْلَمُونَ
»Wir haben dich nicht anders als zur Menschheit insgesamt gesandt, ein Verkünder froher Kunde und ein Warner zu sein; aber die meisten Laute verstehen dies nicht.« (34/28)

Die Botschaft des Propheten war ein Aufruf zum Glauben an den Einzigen Gott, sowie zu Tugendhaftigkeit, rechtem Handeln, Treue und Aufrichtigkeit. Ein Aufruf zu allen Arten des Guten und eine Warnung vor allen Arten des Schlechten. Den Kern der Botschaft bilden die im Koran sehr oft wiederholten Begriffe »Glaube« und »rechtschaffene Handlung«.

Die Sendung des Propheten war ein neuer Anfang für die Menschheit, und ein gewaltiges historisches Ereignis für das Menschengeschlecht.

Er hat 23 Jahre als Gesandter Gottes und als der Siegel der Propheten gewirkt, in einem vorislamischen, gewissenlosen Umfeld, in dem blutige Schlachten zwischen verfeindeten Stämmen stattfanden, unerwünschte Mädchen nach der Geburt bei lebendigem Leibe begraben, Frauen wie Waren auf Märkten verkauft wurden und die Unterdrückung der Schwächeren durch Stärkere als Naturgesetz galt. Und es begann mit Muhammad (s) nicht nur dort, sondern auch in der ganzen Welt eine neue Ära: Es war eine mutige Stimme nötig, die sich im Namen der lebendig begrabenen Mädchen für das Recht auf Leben erheben und fragen sollte:

وَإِذَا الْمَوْؤُودَةُ سُئِلَتْ بِأَيِّ ذَنبٍ قُتِلَتْ
»Für welche Schuld wurden diese Kinder gemordet?« (81/9).

Eine Stimme, die sich gegen die unmenschliche Unterdrückung der Sklaven erheben und sagen sollte:

فَكُّ رَقَبَةٍ
»Lasst die Sklaven frei!« (90/13).

Zu einer Zeit, da die anders denkenden und kulturell anders gearteten Menschen mit Vorurteilen und Herablassung behandelt wurden, tat eine Stimme not, die sagte:

»Alle Gläubigen sind doch Brüder..« » Keine Männer sollen (andere) Männer verspotten: es mag gut sein, dass jene (die sie verspotten,) besser als sie selbst sind; und keine Frauen (sollen andere) Frauen (verspotten): es mag gut sein, dass jene (die sie verspotten,) besser als sie selbst sind. Und ihr sollt einander auch nicht verleumden noch einander beleidigen durch (schimpfliche) Beinamen…« »Vermeidet die meisten Vermutungen (übereinander) – denn, siehe, manche (solcher) Vermutungen ist (an sich) eine Sünde; und spioniert einander nicht nach, und erlaubt euch selbst auch nicht, schlecht übereinander hinter euren Rücken zu reden….« » Wir haben euch alle aus einem Männ­lichen und einem Weiblichen erschaffen und haben euch zu Nationen gemacht, auf dass ihr einander kennenlernen möget…« (49/10–13)

Also eine Stimme war nötig, die Vorurteile bekämpfen und Vielfalt propagieren sollte. Eine kräftige Stimme sollte erklingen, um dem Frauenhandel ein Ende zu setzen und um zu fordern, die bisher völlig entrechteten Frauen an der Erbschaft zu beteiligen. Er kämpfte für Frauenrechte.  Mit Bezug auf den Vers:

وَالْمُؤْمِنُونَ وَالْمُؤْمِنَاتُ بَعْضُهُمْ أَوْلِيَاء بَعْضٍ
»Und die gläubigen Männer und Frauen sind untereinander Freunde« (9/71)

revolutionierte Muhammad die Rechte der Frauen. Mit seinen Prinzipien »Die Frauen sind die Geschwister der Männer« und »Frau und Mann sind wie die zwei Hälften eines Apfels« betonte er die Gleichheit der Geschlechter und untermauerte damit die islamische Einstellung zu dieser Gleichheit unmissverständlich. In diesem Zusammenhang spielt Muhammads Wort eine entscheidende Rolle:

إنما النساء شقائق الرجال، ما أكرمهن إلا كريم، وما أهانهن إلا لئيم
»Die Frauen haben den gleichen Wert wie die Männer. Nur die Würdigen würdigen Frauen und nur die  Nichtswürdigen erniedrigen sie«

Eine Botschaft sollte verkündet werden, um all das wiederzubeleben, was Noah, Abraham, Moses und Jesus der Menschheit an Gutem hinterlassen haben:

بعثت لأتمم مكارم الأخلاق
»Ich bin gekommen, die moralischen Werte zu vollenden.«

Einer der Sendungsgründe Muhammads war, die in der vorislamischen Zeit auferlegten Einschränkungen und unnötigen Verbote aufzuheben:

يَضَعُ عَنْهُمْ إِصْرَهُمْ وَالأَغْلالَ الَّتِي كَانَتْ عَلَيْهِمْ
»Er entlastet sie von ihrer schweren Last und den Ketten auf ihrem Rücken.« (7/157)

Er kündigte an, dass die Toleranz die höchste Tugend ist und das Flexibilität und Maß die Grundkriterien seiner Lehre sind:

فاليعلموا أن في ديننا فسحة إني بعثت بحنيفية سمحة
»Sie sollen wissen, dass in unserer Religion Flexibilität besteht. Ich bin zu einer toleranten Glaubensgemeinschaft gesandt worden«

Eine ver­einende Stimme der Brüderlichkeit in einer Region, in der sich die Menschen aus nichtigen Gründen Schlachten lieferten, in der jeder seinen eigenen Stamm über die anderen stellte und mit aller Brutalität versuchte dies durchzusetzen, eine Stimme der Versöhnung in einer Welt der Feindschaft und Gewalt, die sagen sollte:

ألا لا ترجعن بعدي ضلالا يضرب بعضكم رقاب بعض
»Irrt nach mir nicht, in dem ihr euch einander bekämpft.!« 

In einer Zeit des Unwissens, ver­alteter Sitten und blinder Nachahmerei beginnt die Ära Muhammads, der aufgeklärten Stimme: »Lest!« (96/1), »Greift zur Feder!« (68/1), »Denkt nach!« (6/50), »Erwerbt Kenntnisse!« (39/9). Mit dieser Botschaft beginnt Muhammad die Menschen dazu zu bewegen, der Stimme ihres Gewissens wieder zu folgen, die für Wahrheit, Freiheit, Güte, Moral und Gerechtigkeit spricht.

Die Stadt Mekka veränderte sich durch seine Botschaft. Die arabischen Stämme, die bisher gewohnt waren, die eigene Überlegenheit auch mit Gewalt durchzusetzen begannen sich nun zu verändern und über die von ­Muhammad vorgebrachten Ideen nachzudenken. Es handelte sich in Mekka um ein gesellschaftliches Umfeld, in dem die Vielgötterei und rücksichtslose und grausame Moralvorstellungen vorherrschten. Nun entstand dort ein neuer Wahrheitsanspruch auf der Grundlage der Einheit Gottes und der Gerechtigkeit. Muhammad bekämpfte ­einerseits den Polytheismus und trat die Beweisführung für einen monotheistischen Glauben an und ging andererseits mit Grausamkeit und Ungerechtigkeit hart ins Gericht, wobei er sich stets auf die Seite der Sklaven, der Frauen, der Waisen und der unteren Schichten stellte (Beispiele aus dem Koran: 89/17–20, 90/11–16).

Als Muhammad und seine Anhänger, die diesen Diskurs mitverfochten, von den Herrschenden der Stadt als eine organisierte und ihnen gefährliche Kraft wahrgenommen wurden, begann man sie zu attackieren. Denn die Verbreitung der neuen Botschaft bedeutete einen Niedergang der herrschenden Ideologie und eine Störung der Interessenlage. Einige Stammesführer, die diese Gedankenfreiheit nicht dulden wollten und um ihre despotische Macht besorgt waren, wandten gegen Muhammad und seine Anhänger Gewalt an und vertrieben sie aus Mekka. Ein Teil der Muslime wanderte auf ihrer Suche nach Abessinien aus und fanden in diesem christlichen Land Zuflucht, das von einem Priesterkönig regiert wurde. Die Feststellung im Koran, dass die Christen es sind, die den Muslimen am nächsten stehen (5/82), wurde so zum ersten Mal im heutigen Äthiopien in die Praxis umgesetzt. Dort wurde durch die Initiative Muhammads (s) und die positive Antwort des Negus, des Herrschers von Abessinien, der Grundstein für den islamisch-christlichen Dialog gelegt. Später wird Muhammad für diesen Priesterkönig eine Trauerfeier in Mekka veranstalten, als ihn die Nachricht von dessen Tod erreicht. Abessinien war zwar ein sicheres Land, aber aufgrund der Entfernung hielt Muhammad (s) Ausschau nach einem näher gelegenen Ort. Die Wahl fiel auf eine kosmopolitische Stadt, in der u.a. auch Juden lebten: Medina

Mit der Ankunft Muhammads in Medina beginnt der Islam ­einen sozialen Charakter anzunehmen. In dieser Stadt, in der 18 Stämme unterschiedlichen Glaubens lebten, herrschte ein Vakuum an zentraler Autorität. Durch die Einwanderung der Muslime aus Mekka stieg die Bevölkerungszahl Medinas um einiges, und das Problem der heterogenen feudalen Struktur verschärfte sich weiter. Eine gerechte Autorität tat not, die ein Zusammenleben aller Stämme in Frieden gewährleisten sollte. Innerhalb kurzer Zeit machte sich die Anwesenheit Muhammads (s) in Medina durch seine natürliche Autorität und durch eine starke Zunahme der muslimischen Bevölkerung bemerkbar.

Eine seiner Reden vor der heterogenen Bevölkerung Medinas beendete Muhammad mit folgenden Worten, in denen er ein uraltes und ewig gültiges Ideal der Menschheit zur Sprache bringt:

كونوا يا عباد الله إخوانا
»Oh ­Diener Gottes! Seid Brüder!« 

Dies bedeutete ein Ende aller bestehenden Streitigkeiten, eine Entwertung aller Unterschiede der Hautfarbe, Rasse, Stammeszugehörigkeit und Sprache, sodass der Mensch hervortrat. Der Tugend wurde der Vorrang erteilt, das ­Teilen wog schwerer als alle Besitzansprüche und die Gerechtigkeit war allen Autoritäten überlegen.

Muhammad, der auf diesen Ruf hörte:

وَلا تُجَادِلُوا أَهْلَ الْكِتَابِ إِلاَّ بِالَّتِي هِيَ أَحْسَنُ
»Streitet nicht mit den Anhängern früherer Offenbarungen,  außer auf die gütigste Art und Weise« 

وَقُولُوا آمَنَّا بِالَّذِي أُنزِلَ إِلَيْنَا وَأُنزِلَ إِلَيْكُمْ وَإِلَهُنَا وَإِلَهُكُمْ وَاحِدٌ وَنَحْنُ لَهُ مُسْلِمُونَ
»Und sagt: Wir glauben an das, was uns von oben erteilt worden ist, wie auch an das, was euch erteilt worden ist: denn unser Gott und euer Gott ist ein und derselbe, und ihm ergeben wir (alle) uns.« (29/46),

pflegte innige Beziehungen zu den Mitgliedern der anderen Glaubensgemeinschaften. Er erlaubte einer Gruppe von Christen, Gottesdienste in seiner Moschee abzuhalten, ging ein Bündnis mit den christ­lichen und jüdischen Sippen in Medina ein.

Es wurde ein Garant benötigt, der diesen Idealen zur Verinnerlichung und zur Umsetzung verhelfen sollte, d.h. eine Verfassung, auf die sich die Gesellschaft stützen konnte. Um dies zu verwirk­lichen, erarbeitete Muhammad einen Vertrag, indem er die 18 muslimischen und nicht-muslimischen Stämme an seine Seite nahm. Diese weltgeschichtlich bedeutsame schriftliche Verfassung, hatte zum Ziel, in Medina die gesellschaftliche Ordnung, die Bürgerrechte, den inneren Frieden und die Verteidigung der Stadt gegen Angriffe von außen zu gewährleisten.

Durch diesen Vertrag wurden die unterschiedlichen Gemeinschaften auf bestimmte gemeinsame Werte verpflichtet. Der häufigste Begriff, der im Text vorkommt, ist Gerechtigkeit. Die weiteren Grundbegriffe, von denen der Text spricht, sind Güte, Schutz, ­Sicherheit, Verteidigung, Glaubensfreiheit sowie Unrecht und Gewalt. Es liegt auf der Hand, dass Muhammad (s) mit diesem Text schon die Ziele der ihm vorschwebenden soziopolitischen Ordnung formulierte: Gerechtigkeit, Güte, Frieden, Freiheit, Sicherheit – d.h. eine Gesellschaft des Rechts, die gegen jegliches ­Unrecht, jegliche Gewalt und Aggression die Tugend und Aufrichtigkeit setzt. Er ­unternahm in Medina den Versuch, eine auf Stammesverhältnisse oder den Glauben beruhende gesellschaftliche Struktur durch eine zivile Struktur der Stadt zu ersetzen, die sich auf Werte der Moral und Gerechtigkeit stützte. In diesem Sinne ist das Abkommen von Medina das soziopolitische Dokument eines Staatsverständnisses, das seiner Zeit weit voraus war und im Dunkel der damaligen Zeit wie eine Sonne aufging, deren Licht künftige Generationen erhellte. Das Abkommen sah auch die Notwendigkeit einer Verteidigung vor, sollte dieser Frieden von außen bedroht werden. Und da das medinensische Volk angegriffen wurde, begannen in der Tat eine Reihe unerwünschter Auseinandersetzungen.

Als dieses Abkommen durch einen Teil der jüdischen Stämme dadurch einseitig aufgehoben wurde, dass sie die gemeinsame ­Verteidigungspflicht verweigerten, bedeutete dies für Muhammad keineswegs, dass die darin proklamierten Werte ihre Gültigkeit ­ver­loren. So betonte er in den darauffolgenden Jahren und in seiner berühmten »Abschiedsrede« (khutbatul-wada´) im Jahr 622 wiederholt die Bedeutung dieser Werte und verlangte von seinen Anhängern, ihnen treu zu bleiben. Während seines zehnjährigen Aufenthaltes in Medina war Muhammad mit vielen sozialen, rechtlichen und politischen Problemen konfrontiert, bei deren ­Lösung er stets die Gerechtigkeit zur Richtschnur machte.

Folgende Worte Muhammads (s) beschreiben die Prinzipien des Verhältnisses zwischen den Menschen:

لا تحاسدوا ولا تناجشوا ولا تباغضوا ولا تدابروا ولا يبع بعضكم على بيع بعض وكونوا عباد الله إخوانا
»Vermeidet Unterstellungen. Bemüht euch, nicht die Fehler der anderen zu sehen oder zu hören. Forscht nicht das Privatleben der anderen aus. Um welt­liche Dinge und Vorteile wetteifert nicht in Gier. Klatscht nicht übereinander. Hasst einander nicht. Dreht euch nicht den Rücken zu. Oh Menschen Gottes, werdet Geschwister!«

Der Prophet sagte dies, eine kurze Zeit vor seinem Tod, auf dem Hügel Arafat in Mekka vor einer Menge von über hunderttausend Menschen.

Muhammad (s), der von denjenigen ausgegrenzt wurde, die keine Gedankenfreiheit duldeten, der seine Heimat verlassen musste, nach zehn Jahren als Religionsführer gestärkt nach Mekka zurück kam und statt Rache zu üben, sagte er zu seinen Peinigern von damals folgende richtungsweisende Worte:

لا تثريب عليكم اليوم، يغفر الله لى ولكم  اذهبوا فأنتم الطلقاء
»Es wir keine Rache gegenüber euch ausgeübt. Gott möge es mir und euch verzeihen. Geht, wo ihr hinwollt, denn ihr seid frei!«

Er vergriff sich nie am öffentlichen Eigentum, obwohl er die Möglichkeit dazu gehabt hätte, kleidete sich wie alle Mitglieder der Gesellschaft und führte ein bescheidenes Leben. Bei seinem Tod hinterließ er kein finanzielles Erbe, da er den Betrag von 7 Drachmen, die er besaß, vor seinem Tod verschenkte. Mit 63 Jahren erkrankte er und starb.

Seine Geschichte als Gesandter Gottes beginnt während einer Kontemplation auf einem Berg bei Mekka mit dem Erscheinen des Erzengels Gabriel, der ihm die Aufforderung Lies! verkündete, und endet mit dem Vermächtnis, das er als kranker Mann in den Armen seiner Frau Aischa in Medina aussprach:

الصلاة وما ملكت أيمانكم
»Ich rate euch, dass ihr euer Gebet verrichtet [Treue zu Gott] und euch gegenüber unter eurer Verantwortung wohl verhaltet [Frauen- und Menschenrechte].«

Wenn wir unser Augenmerk auf die Worte richten, die er zu Beginn, am Ende und während der ganzen Zeit seines Wirkens aussprach, finden wir folgende drei Ratschläge: Lies, glaube, bete und tue Gutes! Das ist auch die Quintessenz der Botschaft des Gesandten Gottes Muhammed (s).

Diejenigen, die dem Prophet Gottes Muhammed folgen haben Grund glücklich zu sein:

الَّذِينَ يَتَّبِعُونَ الرَّسُولَ النَّبِيَّ الأُمِّيَّ الَّذِي يَجِدُونَهُ مَكْتُوبًا عِندَهُمْ فِي التَّوْرَاةِ وَالإِنجِيلِ يَأْمُرُهُم بِالْمَعْرُوفِ وَيَنْهَاهُمْ عَنِ الْمُنكَرِ وَيُحِلُّ لَهُمُ الطَّيِّبَاتِ وَيُحَرِّمُ عَلَيْهِمُ الْخَبَائِثَ وَيَضَعُ عَنْهُمْ إِصْرَهُمْ وَالأَغْلالَ الَّتِي كَانَتْ عَلَيْهِمْ فَالَّذِينَ آمَنُواْ بِهِ وَعَزَّرُوهُ وَنَصَرُوهُ وَاتَّبَعُواْ النُّورَ الَّذِيَ أُنزِلَ مَعَهُ أُوْلَئِكَ هُمُ الْمُفْلِحُونَ

»Jene, die dem (letzten) Gesandten folgen werden, dem schriftunkundigen Propheten, den sie beschrieben finden werden in der Torah, die bei ihnen ist, und (später) im Evangelium: dem Propheten, der ihnen das Tun dessen gebieten wird, was recht ist, und ihnen das Tun dessen verbieten wird, was unrecht ist, und ihnen die guten dinge des Lebens erlauben und ihnen die schlechten Dinge verbieten wird, und ihre Lasten von ihnen nehmen wird und die Fesseln, die (vordem) auf ihnen waren. Jene daher, die an ihm glauben und ihn ehren und ihm beistehen und dem Licht folgen werden, das durch ihn von droben erteilt worden ist – es sind sie, die einen glückseligen Zustand erlangen werden.« (7/157)

Wir als seine Nachfolger müssen versuchen, uns seine vorbildlichen Eigenschaften anzueignen und auch Zeichen der Moralwerte, Gottesbewusstsein, Vertrauen, Versöhnung und Maß zu setzen und dies auszustrahlen. Denn diese Werte sind für die Menschen wichtig und notwendig.