Muslime und Juden: EU muss gegen Fremdenfeindlichkeit vorgehen

Die drei EU-Präsidenten Buzek (Parlament), Barroso (Kommission) und Van Rompuy (Rat) mit Religionsführern Bosnischer Großmufti Ceric (mitte) Münchener Kardinal Marx (rechts

Die drei EU-Präsidenten Buzek (Parlament), Barroso (Kommission) und Van Rompuy (Rat)  mit Religionsführern Bosnischer Großmufti Ceric (mitte) Münchener Kardinal Marx (rechts)

Jüdische und muslimische Religionsführer haben die EU-Institutionen zum Kampf gegen Islamfeindlichkeit und Antisemitismus in Europa gemahnt. Am Rande des jährlichen Treffens von Religionsführern mit den EU-Spitzen riefen Vertreter der beiden Glaubensgemeinschaften am Montag in Brüssel dazu auf, gegen alle Gruppen mit rassistischen und fremdenfeindlichen Ideologien vorzugehen. Ihre dürfe keinen Eingang in die politische Debatte finden.

Die Vertreter von Judentum und Islam hoben hervor, sowohl beim Holocaust als auch bei Massenmorden an muslimischen Zivilisten in Bosnien-Herzegowina in den 90er Jahren seien rassistische und fremdenfeindliche Ideologien die Grundlage gewesen. Solche Vorgänge dürften sich in Europa nie mehr wiederholen.

Die gemeinsame Erklärung wurde nach Angaben des Jüdischen Weltkongresses WJC an EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy, EU-Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso und Europaparlaments-Präsident Jerzy Buzek übergeben. Zu den 33 Unterzeichnern gehören unter anderem der bosnische Obermufti Mustafa Ceric und der Brüsseler Oberrabbiner Albert Guigui.

Quelle: http://www.islamische-zeitung.de/?id=14769


EU-Spitzen und Religionsvertreter bekräftigen Religionsfreiheit

Die Spitzen der EU-Institutionen und hochrangige europäische Kirchenführer haben sich gemeinsam für Religionsfreiheit in den Ländern Nordafrikas eingesetzt. EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy, EU-Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso und EU-Parlamentspräsident Jerzy Buzek erklärten am Montag in Brüssel, sie hätten am Rande des G8-Treffens in der vergangenen Woche in Deauville Ägyptens Ministerpräsident Essam Scharaf ihre Sorge um die Lage der Kopten zum Ausdruck gebracht. Scharaf habe zugesichert, dass die Rechte aller religiösen Minderheiten respektiert würden.
Bei dem traditionellen Treffen sagte der Münchner Erzbischof Kardinal Reinhard Marx, Religion sei kein Hindernis für eine demokratische und freie Gesellschaft, sondern Teil ihrer Ermöglichung. Demokratie sei ohne Respekt vor der Religionsfreiheit undenkbar. In den Ländern des südlichen Mittelmeerraumes gebe es Anlass zur Sorge, ob die Rechte von Minderheiten geschützt würden, sagte Marx.

EU-Ratspräsident Van Rompuy unterstrich, die EU müsse beim Aufbau der Demokratie in Nordafrika helfen, indem sie einen Beitrag zur Stärkung der Institutionen und der Zivilgesellschaft leiste. Daneben müsse die wirtschaftliche Stabilität dieser Länder gefördert werden, um eine Rückkehr zu Extremismus zu verhindern. Ausdrücklich lobte Van Rompuy, die Revolutionen in Tunesien und Ägypten hätten gezeigt, dass auch in der arabischen Welt eine andere Antwort auf soziale Ungerechtigkeiten als Extremismus und Terrorismus möglich seien.

Vertreter des Islam hoben hervor, die Lage der religiösen Minderheiten in arabischen Ländern sei sehr unterschiedlich. So gebe es Pläne für Kirchenneubauten und ihre staatliche Finanzierung in Katar; auch in Jordanien seien Christen gut angesehen. Der bosnische Obermufti Mustafa Ceric erklärte, Aufgabe der europäischen Muslime müsse es sein, den Muslimen in der arabischen Welt zu helfen, bei den gegenwärtigen Umwälzungsprozessen Religionsfreiheit und Minderheitenrechte zu achten.

Buzek, Barroso und Van Rompuy betonten den Wert der Religionsgemeinschaften auch in Europa. Buzek sagte, der soziale Zusammenhalt der Gesellschaften wäre ohne die Religionen nicht denkbar. Barroso erinnerte an den enormen Stellenwert sozialer Dienstleistungen religiös inspirierter Organisationen.

An dem Treffen in Brüssel nahmen rund 20 Religionsführer aus 13 EU- und zwei Nicht-EU-Staaten teil. Sie vertraten Christentum, Judentum, den Islam und buddhistische Gemeinschaften. Repräsentanten der katholischen Kirche waren neben Marx der Warschauer Erzbischof Kardinal Kazimierz Nycz und der Präsident der EU-Bischofskommission, der emeritierte Rotterdamer Bischof Adrianus van Luyn. Von EU-Seite nahmen auch EU-Innenkommissarin Cecilia Malmström und EU-Justizkommissarin Viviane Reding teil.

Quelle. http://www.kathweb.at/site/nachrichten/database/39610.html


Religionsvertreter rufen zu Toleranz auf

Die drei EU-Präsidenten Buzek (Parlament), Barroso (Kommission) und Van Rompuy (Rat) mit Großmufti von Bosnien und Herzegowina Reisu-l-ulema Dr. Mustafa Ceric Die drei EU-Präsidenten Buzek (Parlament), Barroso (Kommission) und Van Rompuy (Rat) mit Großmufti von Bosnien und Herzegowina Reisu-l-ulema Dr. Mustafa Ceric 

EU-Institutionen und europäische Vertreter des Christentums, des Islam, des Judentums und des Buddhismus wollen sich zusammen für Demokratie etwa in Nordafrika engagieren. Das ist ein Ergebnis eines Treffens in Brüssel.

Der Lissabon-Vertrag von 2009 schreibt einen regelmäßigen Dialog zwischen den EU-Institutionen und Vertretern wichtiger Religionen vor. Doch Parlamentspräsident Jerzy Buzek beschrieb die Zusammenarbeit am Montag (30.05.2011) auch als Herzensangelegenheit. Die Trennung zwischen Staat und religiösen Gemeinschaften sei zwar sehr wichtig. “Aber es sollte so etwas wie eine freundliche Trennung sein. Denn die religiösen Gemeinschaften können uns bei vielen Dingen helfen und die höchst wichtigen Werte der menschlichen Würde und der Menschenrechte fördern.”

Die Sorge der Kopten in Ägypten

Das diesjährige Treffen in Brüssel stand vor allem im Zeichen der Umwälzungen im arabischen Raum. EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy lobt den friedlichen Charakter der Umstürze in Tunesien und Ägypten. “Diese Revolutionen wurden von jungen Leuten aus allen Religionen gemacht, die zusammengearbeitet haben und die nicht von irgendwelchem Extremismus beeinflusst waren.”

Trotzdem hat es, auch nach dem Umsturz in Ägypten, wieder Angriffe auf christliche Kopten gegeben. Das haben EU-Vertreter immer wieder verurteilt. Die Angriffe stellten aber auch die neue staatliche Ordnung infrage, findet der deutsche Kardinal Reinhard Marx, der ebenfalls an dem Brüsseler Treffen teilnahm. “Wir haben zum Ausdruck gebracht, dass eine Demokratie nur dann in unserem Sinne funktionieren kann, wenn sie die Religionsfreiheit respektiert.” Die Minderheiten in Ägypten machten sich Sorgen über die weitere Entwicklung im Land.

Freude über Mladics Festnahme

Es war dann ein aktuelles Ereignis, nämlich die Festnahme des bosnischen Serbenführers Ratko Mladic, das die Pressekonferenz in Brüssel beherrschte. Der bosnische Obermufti Mustafa Ceric erinnerte an das Massaker an bosnischen Muslimen in Srebrenica 1995, das Mladic zur Last gelegt wird. “Ich bin sehr froh, dass Ratko Mladic jetzt verhaftet ist, und ich schätze es sehr, dass das Europaparlament beschlossen hat, durch einen Gedenktag in ganz Europa an den Völkermord von Srebrenica zu erinnern. Wir als muslimische Gemeinschaft setzen also Hoffnung auf Europa.”

Politischer Missbrauch der serbisch-orthodoxen Kirche?

Unmittelbar neben Ceric stand der orthodoxe Metropolit Emmanuel von Frankreich. Er ist gleichzeitig Vertreter des Ökumenischen Patriarchats bei der EU. Ein Journalist warf der serbisch-orthodoxen Kirche eine Mitschuld am  Balkankrieg vor. Emmanuel sagte dazu: “Der Balkankrieg drehte sich überhaupt nicht um Religion. Die Religion wurde leider für ganz und gar politische Zwecke missbraucht.” In den Fall Mladic wollte sich Emmanuel nicht einmischen, wollte nicht einmal den Namen nennen (“die Person, die Sie genannt haben”). Das Urteil über ihn werde “nach demokratischen Normen vom Haager Gericht gefällt werden. Das hat nichts mit uns zu tun, das ist Sache der Justiz.”

Gemeinsame Erklärung von Muslimen und Juden 

Jüdische und muslimische Vertreter veröffentlichten am Rande des Treffens eine denkwürdige gemeinsame Erklärung. Darin bringen sie ihre Sorge über “zunehmende Anzeichen von Islamfeindlichkeit und Antisemitismus” in Europa zum Ausdruck. Beide Religionsgruppen hätten daher beschlossen, zusammenzuarbeiten, um “Versuchen, unsere Gemeinschaften entweder zu dämonisieren oder zu marginalisieren, entgegenzutreten.”

Quelle: http://www.dw-world.de/dw/article/0,,6538054,00.html