Presseberichte über ZIE-M / Januar 2011

Neue Moschee in München solle ¸¸bald Realität" werden

Ja, sie darf!

Der Vize-Chefredakteur der Abendzeitung, Georg Thanscheidt, über einen Moschee-Bau in München

Das Grundgesetz garantiert Glaubensfreiheit und das Recht auf ungestörte Religionsausübung. Es gilt für Katholiken, Protestanten, Orthodoxe, Juden, Muslime und alle anderen Religionsgemeinschaften. Darf eine religiöse Gemeinschaft auf dieser Basis in München ein innerstädtisches Grundstück erwerben und es mit einem islamischen Zentrum bebauen? Ja, sie darf! Darf eine Stadtverwaltung dieses Anliegen nach Kräften unterstützen? Ja, sie darf!

Dies gilt ganz besonders dann, wenn es sich – wie in diesem Fall – um die drittgrößte Religionsgemeinschaft in München mit geschätzten 30 000 bis 80 000 Gläubigen handelt, die anders als andere Konfessionen noch über kein repräsentatives Gotteshaus verfügt.

Natürlich müssen für ein solches Vorhaben bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein: Die Finanzierung muss gesichert sein, die Planung ordnungsgemäß ablaufen und auch der Träger muss über jeden Zweifel erhaben sein. Dass Imam Inriz kein Verfassungsfeind ist, ist gerichtlich festgestellt worden – auch wenn sich seine Penzberger Gemeinde eine Erwähnung im Verfassungsschutzbericht gefallen lassen muss. Aber es gilt: Religionsfreiheit ist immer die Freiheit der Andersgläubigen.

Quelle: http://www.abendzeitung.de/politik/meinung/242608


Islam-Zentrum im Stadt-Zentrum

Das städtische Areal in der Herzog-Wilhelm- Straße wäre ein möglicher Standort. Vertreter der anderen Konfessionen hätten nichts dagegen – die Geldfrage aber ist noch lange nicht gklärt.

MÜNCHEN Konkret ist noch nichts – aber diskutiert wird trotzdem schon eifrig. Sollen Münchens Muslime das „Zentrum für Islam in Europa“ (ZIEM) mitten in der Innenstadt bauen? Wie die AZ berichtete, hat Oberbürgermeister Christian Ude dafür ein Grundstück ins Gespräch gebracht: das städtische Areal in der Herzog-Wilhelm-Straße.

Fix ist zwar noch nichts, konkrete Planungen gibt es auch noch keine. Denn erst muss der Bauherr, der Penzberger Imam Benjamin Idriz, die Finanzierung klären. Angeblich, so Idriz zur AZ, gebe es Verhandlungen mit „staatlichen Instanzen in Golfländern“.

Jutta Höcht-Stöhr ist Leiterin der evangelischen Stadtakademie, hält das ZIEM für „eine notwendige überfällige Einrichtung in München“ und würde sich über eine direkte Nachbarschaft freuen.

Der Standort in spe, das Grundstück in der Herzog-Wilhelm-Straße, „wäre ein wichtiges Signal nach außen“, sagte Höcht-Stöhr der AZ. „Ein repräsentativer Standort zeigt, wie gut eine Religion in der Gesellschaft integriert ist.“ Fragwürdig, so Höcht-Stöhr weiter, sei der Platz nur von der Ästhetik her, „aber das muss der Imam selbst entscheiden“.

Charlotte Knobloch, Präsidentin des Zentralrats der Juden, hält sich zu den Standortplänen des Penzberger Imams bedeckt, will derzeit keine Stellungnahme abgeben. „Die Pläne bewegen uns als jüdische Gemeinschaft auch nicht“, meint Aaron Buck, Sprecher der Israelitischen Kultusgemeinde am St.-Jakobs-Platz. Er verstehe, dass für die Muslime eine zentrale Lage sehr reizvoll sei, notwendig sei sie nicht. „Für uns war es toll, dort unser Gemeindezentrum aufzubauen, wo einst Münchens Hauptsynagoge stand“, sagt Buck. „Für uns war es ein Zeichen der Rückkehr. Für die Muslime gibt es diesen emotionalen Beweggrund aber nicht.“

Jutta Höcht-Stöhr erhofft sich vom zentralen Standort eine stärkere „alltäglichere“ Zusammenarbeit mit den Münchner Muslimen. Ein Viereck der Religionen sozusagen. „Auch das Judentum hat mit dem Islam mehr gemeinsam als es den Anschein hat“, so Höcht-Stöhr weiter. Sie pflegt seit Jahren ein freundschaftliches Verhältnis mit Imam Benjamin Idriz und Ehefrau Nermina. Sie haben gemeinsam Bildungsreisen organisiert, Ausstellungen und Seminare konzipiert. „Wir fühlen uns in den Räumen des Anderen zuhause“, sagt sie.

Dabei ist der gebürtige Mazedonier nicht unumstritten. In der Vergangenheit ist er immer wieder ins Fadenkreuz des Verfassungsschutzes geraten. „Ich halte das für eine üble Kampagne“, meint die Leiterin der evangelischen Stadtakademie. „Mit einem islamischen Zentrum in der Altstadt müsse man anerkennen, dass Muslime ein fester Bestandteil unserer Gesellschaft sind. Das wollen aber viele nicht wahrhaben.“

Auch die katholische Kirche betont, dass Indriz stets „ein verlässlicher Dialogpartner“ gewesen sei. „Er übt notwendige Selbstkritik am Islam“, so Andreas Renz, Fachreferent der Erzdiözese München und Freising. Er hält einen zentrumsnahen Standort für das geplante Projekt ZIEM ebenfalls für sinnvoll: „Das primäre Ziel ist ein Dialog mit der Stadtgesellschaft.“ Ob dafür aber das Grundstück in der Herzog-Wilhelm-Straße geeignet ist? „Das sollte in einem großen politischen und gesellschaftlichen Konsens entschieden werden.“

Im ZIEM sollen neben einer Moschee eine islamische Akademie, ein Gemeindezentrum, eine islamische Bibliothek und ein islamisches Museum beherbergt werden. Neben der Standortfrage ist die Finanzierung aber noch völlig offen.

Quelle: http://www.abendzeitung.de/muenchen/242612


Moschee mitten in München

Die Stadt zieht ein Grundstück in Stachus-Nähe als möglichen Standort für ein islamisches Zentrum des Penzberger Imams Benjamin Idriz in Betracht.

Noch ist es nur eine Fata Morgana – aber eine, die Münchens Muslimen gefallen dürfte: Die Stadt zieht ein Grundstück in Stachus-Nähe als möglichen Standort für ein islamisches Zentrum des Penzberger Imams Benjamin Idriz in Betracht.

Der will ein „ Zentrum für Islam in Europa“ (Ziem) bauen – unter anderem sollen eine Moschee und eine Imam-Akademie dazugehören. Für seine Idee bekommt er fraktionsübergreifende Rückendeckung aus dem Rathaus.

Die Finanzierung steht zwar noch in den Sternen. Planungen gibt es auch noch nicht. Trotzdem hat die Stadt schon nach möglichen Grundstücken in unterschiedlich zentraler (und damit unterschiedlich teurer) Lage Ausschau gehalten. Darunter: ein Areal an der Herzog-Wilhelm-Straße – das heute im Wesentlichen von einer Tiefgaragen-Abfahrt geprägt ist. „Es ist das einzige Areal innerhalb des Altstadtrings, über das die Stadt verfügen könnte“, sagte Oberbürgermeister Christian Ude gestern zur AZ. Gleichzeitig betonte er aber: „Es gibt noch gar nichts Konkretes.“ Ob ein Islamisches Zentrum an dieser Stelle vorstellbar oder gewünscht sei, „das ist alles noch offen“.

Die Stadt hat ihre Lektion offenbar gelernt – aus dem gescheiterten Moschee-Projekt am Gotzinger Platz. Dort wollte der Moscheeverein Ditim ein islamisches Gotteshaus bauen. Doch das Ganze scheiterte am Geld. Die Lehre daraus formuliert Bürgermeister Hep Monatzeder (Grüne) so: „Ohne Finanzierung treibt die Stadt keine Planungen mehr voran.“ Deshalb wollte er sich gestern zu Grundstücksfragen gar nicht äußern.

Doch Ude bestätigt: Man habe Imam Idriz drei konkrete Grundstücke genannt, die denkbar wären. Damit er die Finanzfrage klären kann. Darunter auch das eine in 1-A-Lage. Der Imam äußerst sich zur Standortfrage nur vorsichtig: „Es ist nicht unsere Priorität, über Grundstücke zu diskutieren, sondern wir müssen die Finanzierung klären.“ Und da hofft er auf ein Signal innerhalb der nächsten zwei bis drei Monate. Es gebe Verhandlungen mit „staatlichen Instanzen“ in Golfländern.

Julia Lenders

Quelle: http://www.abendzeitung.de/muenchen/242481


Debatte um neues Islam-Zentrum

München – Die Stadt erwägt, ein Areal nahe dem Stachus für ein Islam-Zentrum zu reservieren – und ruft damit ein geteiltes Echo hervor. Während den Grünen und der FDP der Gedanke gefällt, reagieren Vertreter von CSU und SPD entweder vorsichtig oder ablehnend.

Es war eine Nachricht, die zwangsläufig für Diskussionen sorgt: Die Stadt treibt die Planungen für ein neues Islam-Zentrum voran. Es handelt sich um das Projekt „Zentrum für Islam in Europa – München“ (Ziem) von Imam Benjamin Idriz aus Penzberg. Es soll aus einer Moschee, aber auch einer Islam-Akademie bestehen. Der Stadtrat hatte mit großer Mehrheit entschieden, das Zentrum zu unterstützen. Auch prominente CSU-Politiker wie Alois Glück stellen sich hinter das Projekt.

Zwar will die Stadt offiziell noch nicht über einen Standort für das Zentrum sprechen – schließlich müssen bis zum Bau noch viele Fragen geklärt werden. Doch wie unsere Zeitung erfuhr, wurden verwaltungsintern bereits drei bis fünf Grundstücke in die engere Wahl gezogen. Wie berichtet, soll sich darunter ein Favorit herauskristallisiert haben: ein Areal an der Herzog-Wilhelm-Straße. Es liegt in der Altstadt, unweit des Stachus.

Dieses Areal dürfte in Zukunft noch für Diskussionen sorgen. Denn der Plan, hier das Islam-Zentrum „Ziem“ zu errichten, ruft sowohl freudige Zustimmung als auch Skepsis hervor. So sagte etwa Alexander Reissl, Chef der Rathaus-SPD: „Ich kann mir das Areal nicht vorstellen.“ Es sei problematisch, einem Islam-Zentrum einen Platz innerhalb des Altstadtrings zu geben, während die Evangelische Kirche dort noch keinen Platz habe. Die Matthäus-Kirche am Sendlinger Tor liegt nämlich knapp außerhalb des Altstadtrings. Dabei, so Reissl, hege die Evangelische Kirche schon lange den Wunsch nach einem Standort in der Altstadt.

Interessanterweise ist jedoch Stadtdekanin Barbara Kittelberger, Repräsentantin der Evangelischen Kirche in München, anderer Meinung. „Ich freue mich, dass die Idee, innerhalb des Altstadtrings einen prominenten Platz für „Ziem“ zu finden, allmählich konkreter wird. Ich kann das nur begrüßen.“ Der Standort an der Herzog-Wilhelm-Straße habe den Vorteil, dass er neben der Evangelischen Stadtakademie liege. „So können wir den Dialog zwischen Christen und Muslimen – aber auch mit den anderen großen Religionen stärken. Wir sollten uns in der Stadt auf Augenhöhe begegnen.“ Zwar sei es richtig, dass die Evangelische Kirche sich langfristig einen Standort in der Altstadt wünsche, so Kittelberger. Dieses Thema müsse man aber trennen von den Bemühungen, Muslimen einen angemessenen Platz zu gewähren.

Anders die Grünen: „Wir wollten von vornherein, dass das Islam-Zentrum nicht in der Peripherie gebaut wird“, sagte Stadträtin Gülseren Demirel. Insofern entspreche ein Standort in der Altstadt ihren Erwartungen. FDP-Stadtrat Jörg Hoffmann denkt ähnlich: „Wenn man so ein Projekt will, ist es umso besser, je zentraler man es baut.“ Das Zentrum solle ja in die Gesellschaft integriert werden. Es müsse aber gesichert sein, dass der Ziem-Verein für das Areal eine entsprechende Vergütung zahlt.

Quelle: http://www.merkur-online.de/lokales/muenchen-zentrum/debatte-neues-islam-zentrum-1090033.html


Neue Pläne für Islam-Zentrum

München – Die Pläne für das Islam-Zentrum „Ziem“ werden konkret. Als wahrscheinlichster Standort gilt nach Merkur-Informationen die Herzog-Wilhelm- Straße – nahe dem Stachus. Bei der Finanzierung sehe es gut aus, betont die Stadtspitze.

Die vergangenen Monate waren keine leichten für die rotgrüne Stadtregierung. Über Jahre hatte sie den Bau einer Moschee und eines Gemeindezentrums am Gotzinger Platz gegen heftigen Widerstand unterstützt, zuletzt aber scheiterte das Vorhaben. Aus einem gänzlich profanen Grund: Dem Moscheeverein Ditim fehlte das Geld.

Dies war wohl auch der Grund, warum sich der Münchner Stadtrat mit breiter Mehrheit von SPD, CSU, Grünen, FDP und kleiner Parteien hinter Idriz’ Vorhaben gestellt hatte, in München ein Islam- Zentrum einzurichten, bestehend aus einer Moschee, einem Gemeindezentrum, einer Bibliothek, einem Museum, aber auch einer Akademie zur Ausbildung von Imamen und Religionslehrern.

Die Stadt hatte sich bereit erklärt, Idriz bei der Suche nach einem Grundstück zu unterstützen. Im Gegenzug soll der eine gesicherte Finanzierung vorlegen. Man hat aus den Fehlern gelernt. „Einen zweiten Gotzinger Platz brauche ich nicht“, betont Bürgermeister Hep Monatzeder (Grüne), der sich auf Seiten der Stadt federführend um das Vorhaben kümmert. Zwar „bewegt sich was“ bei der Finanzierungsfrage, und es könne in diesem Punkt zeitnah einen Durchbruch geben. „Über ein Grundstück kann man aber noch nicht reden“, sagt Monatzeder.

Nach Auskunft des Kommunalreferats ist die Stadt Eigentümer des Grundstücks und hat schon länger vor, die Abfahrt in die Tiefgarage zu überbauen – nun womöglich mit dem „Ziem“. Bestätigen will Monatzeder dies nicht. Welches Areal in Frage komme, hänge ja auch davon ab, wieviel Geld Idriz aufbringen könne, erklärt er.

Idriz selbst äußerte sich diplomatisch: „Wichtig ist für uns, dass die Stadt München großes Interesse an unserem Projekt hat. Wir werden jede Grundstücks-Entscheidung begrüßen.“ Was die Finanzierung angeht, gab er sich optimistisch: „Wir sind in Gesprächen mit potenziellen Unterstützern. Die Voraussetzungen sind nicht schlecht.“

Keine Frage: Der mutmaßliche Favorit in der zentralen Lage wäre wohl eine teure Lösung. Doch nicht nur deshalb ist man bei der Stadt vorsichtig. Seit Jahren signalisiert die Evangelische Kirche , dass sie gerne einen Standort innerhalb des Altstadtrings beziehen würde.

Allerdings liegt die Matthäus- Kirche am Sendlinger-Tor-Platz nur ein paar Meter außerhalb des Rings. Für die Stadt böte dies die Chance, ein Zeichen für das Miteinander der Religionen zu setzen. Mit der katholischen Frauenkirche, der jüdischen Synagoge am Jakobsplatz und der Moschee nahe dem Stachus entstünde quasi ein multireligiöses Viereck in der Altstadt.

Jedoch ist neben der Finanzierung noch ein anderes Problem zu lösen. Zwar sind die Konzeptpapiere für „Ziem“ wohl kaum zu beanstanden: Idriz und seine Mitstreiter plädieren darin für einen Islam, der mit dem Grundgesetz vereinbar ist. Sie wollen Imame in deutscher Sprache ausbilden, damit Moscheen nicht länger auf Geistliche aus der Türkei oder Arabien angewiesen sind. Doch das bayerische Innenministerium ist skeptisch – denn der Verfassungsschutz wirft Idriz dubiose Kontakte vor.

Unter anderem wird er beschuldigt, mehrfach mit Personen telefoniert zu haben, die dem islamisch-extremistischen Spektrum zugeordnet werden. Idriz bestreitet die Gespräche nicht – betont aber, er sei dabei nicht beeinflusst worden. Auch Stadtpolitiker wie Christian Ude (SPD) und CSU-Fraktionschef Josef Schmid widersprechen der Bewertung des Verfassungsschutzes – und unterstützen „Ziem“ weiter.

Am 3. März erscheint der neue Verfassungsschutzbericht. Es dürfte für das Projekt von größter Bedeutung sein, ob Idriz und seine Gemeinde erneut darin aufgeführt werden. Denn, so Monatzeder: „Das Projekt ist nur durchzusetzen, wenn es eine große politische Zustimmung gibt. Auch die des Landtags.“

Matthias Kristbauer/Johannes Patzig

Quelle: http://www.merkur-online.de/lokales/muenchen-zentrum/muenchen-neue-plaene-islam-zentrum-1088994.html