Muhammaeds (s) Botschaft: Lies, bete und tue Gutes!

Essenz

„Oh Prophet wir sandten dich mit keinem anderen Ziel außer als Barmherzigkeit für alle Welten“  (Koran, 21:107)

Vor 1440 Jahre (571 n.Chr.)

kam der Gesandte Gottes Muhammed an einem Montag zur Welt. Im Alter von 40 Jahren begann seine Prophetenschaft. Seine Geburt gilt als Barmherzigkeit für alle Welten.

Muhammeds Geschichte als Gesandter Gottes beginnt während einer Kontemplation auf einem Berg bei Mekka mit dem Erscheinen des Erzengels Gabriel, der ihm die Aufforderung Lies! verkündete, und endet mit dem Vermächtnis, das er als kranker Mann in den Armen seiner Frau Aischa in Medina aussprach: »Ich rate euch, dass ihr euer Gebet verrichtet [Treue zu Gott] und euch gegenüber euren Frauen und den Menschen unter eurer Verantwortung wohl verhaltet [Frauen- und Menschenrechte].« Wenn wir unser Augenmerk auf die Worte richten, die er zu Beginn, am Ende und während der ganzen Zeit seines Wirkens aussprach, finden wir folgende drei Ratschläge: Lies, bete und tue Gutes! Das ist auch die Quintessenz des Islam.


Von Imam Benjamin Idriz

Wir können den Islam, den Muhammad im Laufe seines 23-jährigen Wirkens als Prophet im Lichte der Offenbarung proklamiert hat, folgendermaßen zusammenfassen – so wie ich als Muslim und Theologe es verstanden habe:

Es gibt nur einen Gott, es gibt nichts seinesgleichen, es gibt keinen außer ihm, dem zu gehorchen und zu huldigen ist. Der Mensch ist Gottes Vertreter auf Erden, und derjenige, der an ihn glaubt, kann diesen Glauben durch gute Taten beweisen, die dem Wohl Gottes, des Individuums und der Gemeinschaft dienen. Der Mensch ist das würdigste Geschöpf Gottes. Daher sind seine Vernunft, Freiheit und Würde, sein Glaube und sein Leben unantastbar. Für ein würdevolles Leben des Menschen auf Erden, für die Verwirklichung von Gerechtigkeit und Gleichheit, muss sich jedermann bemühen. Der Mensch darf nicht Sklave eines anderen Menschen sein. In den Augen Gottes zeichnet sich ein Mensch vor anderen nicht durch sein Geschlecht, seine Rasse, sein Volk, seinen Status oder seine Gedanken aus, sondern durch seine Gotteserkenntnis, sein Wissen, seinen Charakter und Fleiß. Kein Mensch darf sich über die anderen stellen. Die Frau und der Mann sind gleichgestellt, was ihre Aufgaben und ihre Verantwortung Gott gegenüber betrifft ebenso wie ihre Belohnung dafür; sie sind wie Geschwister füreinander. Die Sicherheit des Menschen darf nicht bedroht werden. Der Mensch muss das, was er sich wünscht, auch für die anderen wünschen, und das, was er für sich meidet, auch von den anderen fernhalten. Reinheit ist die Grundlage des Glaubens: Das Herz muss von schlechten Gefühlen, die Gedanken von Vorurteilen, der Körper und die Kleidung müssen von Verunreinigung, die Umwelt von jeglicher Verschmutzung freigehalten werden; die Sauberkeit und Schönheit sind zu pflegen. Alle Propheten sind gleichgestellt, denn sie haben eine gemeinsame Botschaft. Sie müssen ohne Unterschied geachtet werden. Kirchen, Synagogen, Moscheen und Klöster dürfen nicht bedroht werden. Jeder Mensch ist für sich selbst verantwortlich; niemand kann die Schuld eines anderen auf sich nehmen. Eine Gott gegenüber begangene Sünde kann nur von Gott vergeben werden; ein Mensch darf einen anderen dafür nicht verurteilen; für eine Gott gegenüber begangene Schuld ist nur das Jüngste Gericht zuständig. Alle Menschen sind auf Erden vor dem Recht gleich. Die Vergehen der Menschen gegenüber anderen Menschen müssen durch Rechtsprechung geahndet werden, damit Anarchie und Verbrechen nicht um sich greifen. Bei Strafen geht es nicht um die Methode, sondern um den Zweck. Dieser Zweck besteht in der Aufrechterhaltung der Ordnung, der Sicherheit und Gerechtigkeit in der Gesellschaft; die Strafordnung ist nur ein Mittel, über das nur die staatliche Autorität zu bestimmen hat. Die Grundlagen der Staatsführung sind Gerechtigkeit, die Beratung mit dem Volk, die Befähigung der Regierenden und das Wohl der Menschen. Der Frieden ist die Grundlage aller Dinge. Aggression und Usurpation sind Vergehen. Wenn Menschenrechte verletzt werden, Territorien besetzt sind, wenn Menschen und ihr Land zu befreien sind, kann es notwendig sein, Kriege zu führen, um diesen Missständen ein Ende zu setzen und um die Rechtsverletzungen zu beenden. Krieg ist also nur zur Verteidigung legitim, und in diesem Fall dürfen Frauen, Kinder, alte Menschen und all diejenigen nicht angegriffen werden, die sich in Kirchen, Moscheen, Synagogen und anderen heiligen Räumlichkeiten befinden. Schulen, Arbeitsstätten und sonstige Zivilgebäude sind zu verschonen. Selbst Tiere und die Natur sind zu schützen. Der Frieden ist heilig, der Krieg ist zu verabscheuen. In jeder Hinsicht wie auch in Glaubensangelegenheiten ist Maß zu halten, Exzess und Übertreibung sind zu meiden. Die Religion darf nicht missbraucht werden. Über den Glauben oder Unglauben irgendeines Menschen darf durch andere Menschen nicht geurteilt werden. Der Glaube ist eine private Empfindung, die sich zwischen dem Menschen und Gott ereignet, und diese Intimität muss zugestanden und geschützt werden. Niemand darf als Vermittler zwischen Gott und den Menschen treten. Eine Geistlichkeit wird abgelehnt. Im Glauben ist kein Platz für Zwang. Mit der Offenbarung hat Gott seine Botschaft an die Menschen kundgetan, und Gott hat ihnen auch die Freiheit gegeben, diese Botschaft anzunehmen oder abzulehnen. Man soll sich von Speisen, Getränken und Genussmitteln fernhalten, die zu ­einer Schädigung des Verstandes, der Gesundheit, der Nachkommenschaft und der Seele führen können. In der Familie, bei Geschäften und sonstigen gesellschaftlichen Beziehungen sind Vertrauen, Gegenseitigkeit, Vertragstreue und Worthalten die ­Regel; jeglicher Betrug und jegliches Übervorteilen ist verboten. Jeder Mensch entscheidet selbst, wen er heiratet. Für die Ehe und die Beziehungen im sozialen Leben sind Liebe, Respekt und Treue die gültigen Kriterien. Der beste Mensch ist der, der gut zu seinem Ehepartner ist. Bei Zerrüttung wird den Eheleuten die Freiheit der Scheidung eingeräumt. Alle Schwierigkeiten, Engpässe und jeg­liche Konflikte sind nicht mit Gewalt, sondern mit Geduld, Dialog und Weisheit zu überwinden. Arbeiten ist Dienst an Gott. Wer arbeitet, verdient etwas, und wer etwas verdient, ist verpflichtet, dem etwas von seinem Verdienst abzugeben, der nichts hat. Armut ist zu bekämpfen. Solange es Armut gibt, ist es eine Sünde, Geld zu sparen oder zu verschwenden, anstatt es zu teilen. Die Machtlosen zu unterdrücken ist Grausamkeit, und Grausamkeit ­endet im Verfall. Die Kinder sind zu lieben, die Alten zu achten, die Beziehungen zwischen Verwandten, Freunden und Nachbarn zu pflegen, das Wissen der Gelehrten und Wissenschaftler wertzuschätzen. Die Tiere sind gut zu behandeln, an der Natur und den Pflanzen ist kein Raubbau zu treiben. Wissen zu erwerben und sich zu bilden ist für alle, ob Frau oder Mann, eine unerlässliche Glaubenspflicht. In Glaubensangelegenheiten sind der Koran und das Beispiel des Propheten maßgeblich; in weltlichen Angelegenheiten hingegen sind es Vernunft und Erfahrung. Die Ersteren sind unveränderlich, die Letzteren dynamisch. Blinde Nachahmung ist tadelnswert; Gott verlangt vom Menschen nachdrücklich, seine Vernunft anzuwenden und Sachverhalte zu hinterfragen.

»Ich scheide und hinterlasse euch das Buch Gottes; ihr müsst an ihm festhalten und eure Vernunft einzusetzen wissen.« »Denkt an den Tod und verhaltet euch in dem Bewusstsein, dass ihr am Jüngsten Tag durch eine Prüfung gehen werdet.« »Ihr dürft nach meinem Tod einander nicht bekämpfen, kein Blut vergießen, nicht in Extreme verfallen, keine Geheimniskrämerei betreiben, nicht neidisch aufeinander sein, sondern sollt Liebe, Frieden und gegenseitige Achtung verbreiten. Oh Diener Gottes (Muslime und Nicht-Muslime), seid Brüder!«

Wenn wir das Leben Muhammads aus der Perspektive des Korans vorurteilsfrei untersuchen, dann ergibt sich die obige Zusammenfassung des Islam. Sie ist die Quintessenz aus den Inhalten, die Muhammad im Laufe seines 23-jährigen Wirkens als Prophet am meisten hervorgehoben hat.

Muhammad selbst akzeptierte die in der Gesellschaft herrschenden Werte, wenn sie weder im Widerspruch zur Offenbarung noch zur Vernunft standen. Die anderen aber hinterfragte er stets, und er bekämpfte sie wo immer nötig. So entwickelte Muhammad dreierlei Verhaltensweisen:

1. Das Gute anzunehmen: Alles, was richtig war, übernahm er so, wie er es vorfand, und setzte es fort, z.B. die sieben Ratschläge von Noah, die Zehn Gebote von Moses und das doppelte Gebot der Gottes- und Nächstenliebe von Jesus oder aber die vorislamische Tradition der Gastfreundschaft bei den Arabern. Also stellte er sich nicht kategorisch gegen alles Vorislamische, sondern er riet, alles fortzuführen, was schön und gut war.

2. Die Abweichungen zu korrigieren: Er kritisierte die Anbetung von Götzen und andere Abweichungen vom monotheistischen Gottesverständnis und rückte abwegige Moralvorstellungen zurecht.

3. Die Fehler zu bekämpfen: Er nahm eine radikal ablehnende Haltung gegen menschenunwürdige Praktiken ein, wie die Tötung von neugeborenen Mädchen, die Nichtanerkennung der Frauen bei einer Erbschaft, Sklaverei und Blutrache. Er verbot diese Sitten ausdrücklich.

Die Stadt Mekka, wo Muhammad geboren wurde, aufwuchs und die Offenbarung zum ersten Mal erhielt, veränderte sich durch seine Botschaft. Die arabischen Stämme, die bisher gewohnt waren, die eigene Überlegenheit auch mit Gewalt durchzusetzen und einander in Rachegelüsten aus nichtigen Gründen bis aufs Messer zu bekämpfen, begannen sich nun zu verändern und über die von ­Muhammad vorgebrachten Ideen nachzudenken. Während viele der Gesellschaften, die im 7. Jahrhundert auf der arabischen Halbinsel lebten, heidnisch waren, kam jetzt aus ihrer Mitte jemand, der die Offenbarung Gottes erhalten hatte und nicht nur den Anspruch auf eine neue Glaubenswahrheit erhob, sondern mit der Zeit auch Anhänger fand. Diese Entwicklung hatte einen Umbruch in den traditionellen gesellschaftlichen, wirtschaftlichen, politischen und religiösen Strukturen zur Folge. Es handelte sich in Mekka um ein gesellschaftliches Umfeld, in dem die Vielgötterei (nicht Christentum oder Judentum) und rücksichtslose und grausame Moralvorstellungen vorherrschten. Nun entstand dort ein neuer Wahrheitsanspruch auf der Grundlage der Einheit Gottes und der Gerechtigkeit. Oder mit den Worten des Korans: Glaube (iman) und rechtschaffene Handlung (amel salih). Muhammad bekämpfte ­einerseits den Polytheismus und trat die Beweisführung für einen monotheistischen Glauben an und ging andererseits mit Grausamkeit und Ungerechtigkeit hart ins Gericht, wobei er sich stets auf die Seite der Sklaven, der Frauen, der Waisen und der unteren Schichten stellte.

Als Muhammad und seine Anhänger, die diesen Diskurs mitverfochten, von den Herrschenden der Stadt als eine organisierte und ihnen gefährliche Kraft wahrgenommen wurden, begann man sie zu attackieren. Denn die Verbreitung der neuen Botschaft bedeutete einen Niedergang des herrschenden polytheistischen Glaubens und seiner Ideologie und eine Störung der Interessenlage. Einige Stammesführer, die diese Gedankenfreiheit nicht dulden wollten und um ihre despotische Macht besorgt waren, wandten gegen Muhammad und seine Anhänger Gewalt an und vertrieben sie aus Mekka. Ein Teil der Muslime wanderte auf ihrer Suche nach einem sichereren Ort auf Gottes Erde – wie von Muhammad empfohlen – nach Abessinien aus und fanden in diesem christlichen Land Zuflucht, das von einem Priesterkönig regiert wurde. Die Feststellung im Koran, dass die Christen es sind, die den Muslimen am nächsten stehen (Koran: 5/82), wurde so zum ersten Mal im heutigen Äthiopien in die Praxis umgesetzt. Dort wurde durch die Initiative Muhammads und die positive Antwort des Negus, des Herrschers von Abessinien, der Grundstein für den islamisch-christlichen Dialog gelegt. Später wird Muhammad für diesen Priesterkönig eine Trauerfeier in Mekka veranstalten, als ihn die Nachricht von dessen Tod erreicht. Abessinien war zwar ein sicheres Land, aber aufgrund der Entfernung hielt Muhammad Ausschau nach einem näher gelegenen Ort. Die Wahl fiel auf eine kosmopolitische Stadt, in der u.a. auch Juden lebten: Medina.

Mit der Ankunft Muhammads in Medina beginnt der Islam ­einen sozialen Charakter anzunehmen. In dieser Stadt, in der 18 Stämme unterschiedlichen Glaubens lebten, herrschte ein Vakuum an zentraler Autorität. Jeder Stamm gehorchte seinem Ältesten, und wenn es zu einem Konflikt zwischen verschiedenen Stämmen kam, wurde dieser im Allgemeinen mit dem Schwert gelöst. Durch die Einwanderung der Muslime aus Mekka stieg die Bevölkerungszahl Medinas um einiges, und das Problem der heterogenen feudalen Struktur verschärfte sich weiter. Eine gerechte Autorität tat not, die ein Zusammenleben aller Stämme in Frieden gewährleisten sollte. Innerhalb kurzer Zeit machte sich die Anwesenheit Muhammads in Medina durch seine natürliche Autorität und durch eine starke Zunahme der muslimischen Bevölkerung bemerkbar. Eine seiner Reden vor der heterogenen Bevölkerung Medinas beendete Muhammad mit folgenden Worten, in denen er ein uraltes und ewig gültiges Ideal der Menschheit zur Sprache bringt: »Oh ­Diener Gottes! Seid Brüder!« Dies bedeutete ein Ende aller bestehenden Streitigkeiten, eine Entwertung aller Unterschiede der Hautfarbe, Rasse, Stammeszugehörigkeit und Sprache, sodass der Mensch hervortrat. Der Tugend wurde der Vorrang erteilt, das ­Teilen wog schwerer als alle Besitzansprüche und die Gerechtigkeit war allen Autoritäten überlegen.

Es wurde ein Garant benötigt, der diesen Idealen zur Verinnerlichung und zur Umsetzung verhelfen sollte, d.h. eine Verfassung, auf die sich die Gesellschaft stützen konnte. Um dies zu verwirk­lichen, erarbeitete Muhammad einen Vertrag, indem er die 18 muslimischen und nicht-muslimischen Stämme an seine Seite nahm. Dieses Abkommen von Medina, diese weltgeschichtlich bedeutsame schriftliche Verfassung, die im Jahre 1889 von dem evange­lischen Theologen Julius Wellhausen (gest. 1918) ins Deutsche übersetzt wurde, hatte zum Ziel, in Medina die gesellschaftliche Ordnung, die Bürgerrechte, den inneren Frieden und die Verteidigung der Stadt gegen Angriffe von außen zu gewährleisten.

Durch diesen Vertrag wurden die unterschiedlichen Gemeinschaften auf bestimmte gemeinsame Werte verpflichtet. Der häufigste Begriff, der im Text vorkommt, ist Gerechtigkeit. Die weiteren Grundbegriffe, von denen der Text spricht, sind Güte, Schutz, ­Sicherheit, Verteidigung, Glaubensfreiheit sowie Unrecht und Gewalt. Es liegt auf der Hand, dass Muhammad mit diesem Text schon die Ziele der ihm vorschwebenden soziopolitischen Ordnung formulierte: Gerechtigkeit, Güte, Frieden, Freiheit, Sicherheit – d.h. eine Gesellschaft des Rechts, die gegen jegliches ­Unrecht, jegliche Gewalt und Aggression die Tugend und Aufrichtigkeit setzt. Er ­unternahm in Medina den Versuch, eine auf Stammesverhältnisse oder den Glauben beruhende gesellschaftliche Struktur durch eine zivile Struktur der Stadt zu ersetzen, die sich auf Werte der Moral und Gerechtigkeit stützte. In diesem Sinne ist das Abkommen von Medina das soziopolitische Dokument eines Staatsverständnisses, das seiner Zeit weit voraus war und im Dunkel der damaligen Zeit wie eine Sonne aufging, deren Licht künftige Generationen erhellte. Das Abkommen sah auch die Notwendigkeit einer Verteidigung vor, sollte dieser Frieden von außen bedroht werden. Und da das medinensische Volk angegriffen wurde, begannen in der Tat eine Reihe unerwünschter Auseinandersetzungen.

Während seines zehnjährigen Aufenthaltes in Medina war Muhammad mit vielen sozialen, rechtlichen und politischen Problemen konfrontiert, bei deren ­Lösung er stets die Gerechtigkeit zur Richtschnur machte.

Er vergriff sich nie am öffentlichen Eigentum, obwohl er die Möglichkeit dazu gehabt hätte, kleidete sich wie alle Mitglieder der Gesellschaft und führte ein bescheidenes Leben. Bei seinem Tod hinterließ er kein finanzielles Erbe, da er den Betrag von 7 Drachmen, die er besaß, vor seinem Tod verschenkte. Mit 63 Jahren erkrankte er und starb. Seine Geschichte als Gesandter Gottes beginnt während einer Kontemplation auf einem Berg bei Mekka mit dem Erscheinen des Erzengels Gabriel, der ihm die Aufforderung Lies! verkündete, und endet mit dem Vermächtnis, das er als kranker Mann in den Armen seiner Frau Aischa in Medina aussprach: »Ich rate euch, dass ihr euer Gebet verrichtet [Treue zu Gott] und euch gegenüber euren Frauen und den Menschen unter eurer Verantwortung wohl verhaltet [Frauen- und Menschenrechte].« Wenn wir unser Augenmerk auf die Worte richten, die er zu Beginn, am Ende und während der ganzen Zeit seines Wirkens aussprach, finden wir folgende drei Ratschläge: Lies, bete und tue Gutes! Das ist auch die Quintessenz des Islam.

Quelle: Grüß Gott, Herr Imam! Eine Religion ist angekommen. 16,99 Euro (Diederichs Verlag) von Imam Benjamin Idriz