Imam Benjamin Idriz hat an der Internationalen Universität in Novi Pazar promoviert

universitaet

Am Montag, dem 05. September 2016, promovierte der Imam der islamischen Gemeinde Benjamin Idriz an der Internationalen Universität in Novi Pazar in Serbien mit seiner Doktorarbeit unter dem Titel “Horizontale Aspekte im Islam“. Idriz verteidigte seine Doktorthese, die über die horizontalen Aspekten im Islam spricht, beziehungsweise über die Beziehungen Gott – der Mensch, Theologie – Anthropologie, Scharia – soziales Recht, Frau – Mann. Die Kommission setzte sich wie folgt zusammen: Prof. Dr. Mustafa Cerić (Mentor), ehemaliger Großmufti von Bosnien und Herzegowina, Dr. Aziz Hasanović (Mitglied), Mufti der Islamischen Gemeinschaft in Kroatien und Prof. Dr. Mevlud Dudić (Mitglied), Mufti der Islamischen Gemeinschaft in Serbien.

Disertationsthema: Horizontale Aspekte im Islam – Neuer Ansatz und Analyse

In seiner Arbeit befasst sich Dr. Idriz mit dem Stand der Reform der islamischen Theologie und befürwortet ihre Erneuerung aufgrund neuer Methoden. Um eine islamische Theologie, die den neuen Herausforderungen gerecht werden sollte, zu etablieren, behauptet Benjamin Idriz, darf sie nicht von der Tradition vollkommen getrennt, sonderen mit neuen Methoden erneuert werden. Dieser neuer Ansatz würde, seiner Meinung nach, zu der Wiederherstellung der Islamwissenschaften führen, die auf einer vierfachen Grundlage der horizontalen Richtung basiert. Seiner Behauptung zufolge haben die islamischen Gelehrten bewusst oder unbewusst in der Geschichte der Theologie eine vertikale Beziehung zwischen der Offenbarung und dem Menschen, zwischen der Theologie und der Anthropologie, zwischen dem Schariarecht und der Gesellschaftsordnung sowie zwischen Mann und Frau geschafft.

Laut Benjamin Idriz wurden durch die Vertikalisierung dieser Beziehungen eine Reihe negativer Wahrnehmung unter den Muslimen geschafft. “In meiner Arbeit habe ich vier Bereiche analysiert und versucht, sie aus vertikalen in die horizontalen umzuwandeln. Die horizontale Beziehung zwischen dem religiösen Text (Koran/Hadith) und der Vernuft sowie zwischen Theologie und Anthropologie, zwischen Tafsir (Traditionelle Koranxegese) und Ta`wil (Rationaler Korankommentar) zwischen Iman (Glaube) und Amal as-sâlih (gute, rechtschaffene Tat/Ethik), zwischen Diesseits und Jenseits, zwischen der Intention der Scharia und dem sozialen Recht, zwischen Mann und Frau – sind die Themen dieser Dissertation,” betont Dr. Benjamin Idriz in einem Interview für die bosnische islamische Zeitung Preporod.

Er ist der Meinung, dass durch solchen Ansatz ein komplexes und koordiniertes System zwischen diesen Begriffen geschaffen wird. “Das horizontale Verständnis des Islam erlaubt uns, die Konflikte zwischen den Doktrinen zu verhindern und das Vakuum, das zwischen ihnen eventuell entsteht, zu schließen. Die horizontale Ansicht ermöglicht uns die Weitsichtigkeit im Leben, die Begegnungen mit Anderen auf der gleichen Augenhöhe, sowie das Schaffen eines Dialog orientierten, harmonischen, freundlichen und vor allem wechselwirkungsvollen Verhältnisses. Neue Ansätze und Analyse der genannten Themen können uns die Möglichkeit geben, einige Fehler aus unserer Vergangenheit zu korrigieren und eine gesunde Basis für das Verständnis des Islam in der Zeit, in der wir leben, zu schaffen,” erklärt der Doktor der islamischen Theologie, Benjamin Idriz.