Tag der Geburt des Propheten Muhammed a.s.

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Tag der Geburt des Propheten Muhammed a.s.

Das Mawlid-Fest
12. Rebiul-evvel 1437 / 22. Dezember 2015»Wir haben dich nicht anders als zur Menschheit insgesamt gesandt, ein Verkünder froher Kunde und ein Warner zu sein; aber die meisten Laute verstehen dies nicht.« (34/28)
وَمَا أَرْسَلْنَاكَ إِلاَّ كَافَّةً لِّلنَّاسِ بَشِيرًا وَنَذِيرًا وَلَكِنَّ أَكْثَرَ النَّاسِ لا يَعْلَمُونَ

Eine Botschaft sollte verkündet werden, um all das wiederzubeleben, was Noah, Abraham, Moses und Jesus der Menschheit an Gutem hinterlassen haben:
بعثت لأتمم مكارم الأخلاق
»Ich bin gekommen, die moralischen Werte zu vollenden.«

Im Jahr 622, begann mit Muhammad (s) in der ganzen Welt eine neue Ära: Die Sendung des Propheten war ein neuer Anfang für die Menschheit, und ein gewaltiges historisches Ereignis.
»Lies im Namen deines Herrn, Der erschuf…« (96/1).
اقْرَأْ بِاسْمِ رَبِّكَ الَّذِي خَلَقَ

Mit dieser ersten Offenbarung wurde Ihm die Prophetie angekündigt, um den Glauben der Menschen auf Erden neu zu beleben und eine Gemeinschaft zu gründen, die den monotheistischen Glauben vertreten sollte. Das Ziel war, unter Menschen eine gemäßigte (muslimische) Gesellschaft zu gründen:

وَكَذَلِكَ جَعَلْنَاكُمْ أُمَّةً وَسَطًا لِّتَكُونُواْ شُهَدَاء عَلَى النَّاسِ وَيَكُونَ الرَّسُولُ عَلَيْكُمْ شَهِيدًا
»Und haben Wir gewollt, dass ihr eine Gemeinschaft des Mittelweges seid, auf dass ihr (mit eurem Leben) Zeugnis für die Wahrheit vor aller Menschheit geben möget und dass der Gesandte Zeugnis dafür vor euch geben möge.« (2/143)

Er ist 23 Jahre als Siegel der Propheten gewirkt, in einem vorislamischen, gewissenlosen Umfeld, in dem blutige Schlachten zwischen verfeindeten Stämmen stattfanden, unerwünschte Mädchen nach der Geburt bei lebendigem Leibe begraben, Frauen wie Waren auf Märkten verkauft wurden und die Unterdrückung der Schwächeren durch Stärkere als Naturgesetz galt. Es war eine mutige Stimme nötig, die sich im Namen der lebendig begrabenen Mädchen für das Recht auf Leben erheben und fragen sollte:

وَإِذَا الْمَوْؤُودَةُ سُئِلَتْ بِأَيِّ ذَنبٍ قُتِلَتْ
»Für welche Schuld wurden diese Kinder gemordet?« (81/9).

Eine Stimme, die sich gegen die unmenschliche Unterdrückung der Sklaven erheben und sagen sollte:
فَكُّ رَقَبَةٍ
»Lasst die Sklaven frei!« (90/13).

Also eine Stimme war nötig, die Vorurteile und Diskriminierung bekämpfen und Menschenrechte propagieren sollte.

Mit Bezug auf den Koranvers:

وَالْمُؤْمِنُونَ وَالْمُؤْمِنَاتُ بَعْضُهُمْ أَوْلِيَاء بَعْضٍ
»Und die gläubigen Männer und Frauen sind untereinander Freunde« revolutionierte Muhammad die Rechte der Frauen.

Mit seinen Spruch:
إنما النساء شقائق الرجال، ما أكرمهن إلا كريم، وما أهانهن إلا لئيم
»Die Frauen haben den gleichen Wert wie die Männer. Nur die Würdigen würdigen Frauen und nur die Nichtswürdigen erniedrigen sie« betonte er die Gleichheit der Geschlechter und Frauenwürde.

Er kündigte an, dass die Toleranz die höchste Tugend ist und das Flexibilität und Maß die Grundkriterien seine Lehre sind:

فاليعلموا أن في ديننا فسحة إني بعثت بحنيفية سمحة
»Sie sollen wissen, dass in unserer Religion Flexibilität besteht. Ich bin mit der monotheistisch-tolerante Lehre gesandt worden«

Eine vereinende Stimme der Brüderlichkeit in einer Region, in der sich die Menschen aus nichtigen Gründen Schlachten lieferten, in der jeder seinen eigenen Stamm über die anderen stellte und mit aller Brutalität versuchte, dies durchzusetzen, eine Stimme der Versöhnung in einer Welt der Feindschaft und Gewalt, die sagen sollte:

ألا لا ترجعن بعدي ضلالا يضرب بعضكم رقاب بعض
»Irrt ihr nach mir nicht in dem sie einander kämpft.!«

Mit dieser Botschaft beginnt Muhammad die Menschen dazu zu bewegen, der Stimme ihres Gewissens wieder zu folgen, die für Wahrheit, Freiheit, Güte, Moral und Gerechtigkeit spricht.

Folgende Worte Muhammads (s) beschreiben die Prinzipien des Verhältnisses zwischen den Menschen:

لا تحاسدوا ولا تناجشوا ولا تباغضوا ولا تدابروا وكونوا عباد الله إخوانا
»Vermeidet Unterstellungen. Bemüht euch, nicht die Fehler der anderen zu sehen oder zu hören. Forscht nicht das Privatleben der anderen aus. Klatscht nicht übereinander. Hasst einander nicht. Dreht euch nicht den Rücken zu. Oh Menschen Gottes, werdet Geschwister!«

Muhammad (s), der von denjenigen ausgegrenzt wurde, die keine Gedankenfreiheit duldeten, der seine Heimat verlassen musste, nach zehn Jahren, als Religionsführer gestärkt nach Mekka zurück. Statt Rache zu üben, sagte er zu seinen Peinigern von damals folgende richtungsweisende Worte:

لا تثريب عليكم اليوم، يغفر الله لى ولكم اذهبوا فأنتم الطلقاء
»Es wird keine Rache gegenüber euch ausgeübt. Gott möge es mir und euch verzeihen. Geht, wo ihr hinwollt, denn ihr seid frei!«

Sein Auschlaggebender Charakter war die Barmherzigkeit.

فَبِمَا رَحْمَةٍ مِنَ اللَّهِ لِنْتَ لَهُمْ وَلَوْ كُنْتَ فَظّاً غَلِيظَ الْقَلْبِ لَانْفَضُّوا مِنْ حَوْلِكَ فَاعْفُ عَنْهُمْ وَاسْتَغْفِرْ لَهُمْ وَشَاوِرْهُمْ فِي الْأَمْرِ
“Es geschieht um Allahs Barmherzigkeit willen, dass du zu ihnen milde bist; wärst du aber schroff und hartherzig, so würden sie wahrlich rings um dich auseinandergelaufen. So verzeihe ihnen, bitte für sie um Vergebung und ziehe sie in den Angelegenheiten zu Rate.” (3:159)

Seine Geschichte als Gesandter Gottes endet mit dem Vermächtnis, das er als kranker Mann in den Armen seiner Frau Aischa in Medina aussprach:

الصلاة وما ملكت أيمانكم
»Ich rate euch, dass ihr euer Gebet verrichtet [Treue zu Gott] und euch gegenüber euren Frauen wohl verhaltet.«

Diejenige die den Gottes Prophet Muhammed folgen haben Grund glücklich zu sein:

فَالَّذِينَ آمَنُواْ بِهِ وَعَزَّرُوهُ وَنَصَرُوهُ وَاتَّبَعُواْ النُّورَ الَّذِيَ أُنزِلَ مَعَهُ أُوْلَئِكَ هُمُ الْمُفْلِحُونَ
» Jene daher, die an ihm glauben und ihn ehren und ihm beistehen und dem Licht folgen werden, das durch ihn von droben erteilt worden ist – es sind sie, die einen glückseligen Zustand erlangen werden. « (7:157)

Wir als seine Nachfolger müssen versuchen, uns seine vorbildlichen Eigenschaften anzueignen und auch Zeichen der Moralwerte, Gottesbewusstsein, Gewaltlosigkeit, Toleranz, Versöhnung und Maß zu setzen und dies auszustrahlen.

Wie er von Allah „nur als Barmherzigkeit für die Weltenbewohner gesandt“ (21:107) wurde, so müssen wir als seine Nachfolger die Adresse der Barmherzigkeit für die Weltgemeinschaft sein.

Denn diese Werte sind für die Menschen wichtig und notwendig.

Möge unser Mawlid-Fest gesegnet sein, möge er ein Anstoß zum Guten für die gesamte Menschheit sein.

Imam Benjamin Idriz