Die Entstehungsgeschichte und einige Eckdaten über die Islamische Gemeinde Penzberg e.V. (IGP) vom Mai 1993 bis Mai 2009


Jahr 1993

Erste Gedanken: In den Bürgerkriegsjahren 1992-1995 in Bosnien kamen sehr viele Flüchtlinge nach Penzberg und Umgebung. Damit stieg die Anzahl der bosnischen Muslime rapide an, sodass die muslimische Community in Penzberg insgesamt an Zuwachs gewann. Bosnier, Türken und Muslime aus verschiedensten Ursprungsländern haben sich 1993 zusammengeschlossen und einen unabhängigen Verein mit dem Namen Moslemische Gemeinde Penzberg gegründet. Hierfür wurde der erste Antrag an die Kommune Penzberg gestellt. 

Jahr 1994

Registrierung des Vereins im Vereinsregister und Arbeitsvertrag mit dem Imam: Am 30.11.94 wird der Verein mit dem Namen IslamischeGemeinde Penzberg unter der VR. Nummer 478 beim Amtsgericht Weilheim I. OB eingetragen der 1. Vorsitzende wird Herr Halil Ayvaz (Türke), der 2. Vorsitzende Herr Muharem Dugonjic (Bosnier). Herr Halil Ayvaz vertrat von Anfang an eine strikte Abgrenzung der neu gegründeten Islamischen Gemeinde Penzberg e.V. gegenüber dem früheren Ortsverein der Islamischen Föderation bzw. Milli Görüs. (Dieser Moscheegemeinde in Penzberg war nach dem Pressebericht im Penzberger Merkur vom 19.07.1990 ein Ortsverband der Islamischen Föderation Bayern bzw. Milli Görüs. Die Mitglieder dieser Gemeinde waren ausschließlich türkischer Herkunft. Mit dem Abriss des Gebäudes in der Karlstraße Ende 1991 löste sich auch die Gemeinde auf. Weitere Informationen über diese Moscheegemeinde liegen uns nicht vor). Bis 1993 gab es keine weiteren Bemühungen einen erneuten muslimischen Verein in Penzberg zu gründen. 1994  wurde der Grundstein für eine unabhängige Gemeinde in Penzberg gelegt. Der Vorstand begab sich auf die Suche nach einem Imam, der die Gemeinde geistlich und religiös leiten sollte, mit der Voraussetzung, dass dieser die Gemeinde auch in ihrem Geiste unabhängig und vielsprachig führen sollte. Der Vorstand unterschreibt am 26.09.1994 mit Herrn Imam Benjamin Idriz einen Arbeitsvertrag.

Die Zusammensetzung des Vorstandes: Die überwiegende Mehrheit der Gemeindemitglieder waren Bosnier und Türken; dem entsprechend waren die Hälfte der Vorstandsmitglieder Bosnier und die andere Hälfte Türken. Der Vorstand war sich schnell einig, dass eine multinationale Gemeinde keinem der bereits organisierten muslimischen Dachverbände in Deutschland angehören wird, da diese alle national ausgerichtet sind und selbst ihren Schriftverkehr in der jeweiligen Sprache erledigen. Dem Vorstand war zu diesem Zeitpunkt ebenso klar, dass die Muslime hier auf Dauer bleiben werden und keine vorübergehende Erscheinung darstellen, was zu dieser Zeit auch unter Muslimen nicht selbstverständlich war. Entsprechend richteten sie ihre Arbeit nach dem Hier und Jetzt und nicht nach dem jeweiligen Herkunftsland aus. Die Penzberger Gemeinde definierte sich von Anfang an als eine in Deutschland beheimatete, deutsch-muslimische Einrichtung.

Jahr 1995

Der Imam gibt der Gemeinde neue Impulse: Benjamin Idriz nahm seine Tätigkeit als Imam in der IGP auf. Ihm war die Struktur von muslimischen Organisationen in Deutschland fremd. Mit der Zeit wurde ihm bewusst, wie die Muslime in der neuen Heimat, also in Deutschland, organisiert sind. Die verschiedenen Strömungen und religiösen Orientierungen aus der Türkei waren unter den türkischstämmigen Muslimen in Deutschland präsent, teilweise auch in Penzberg. Nachdem der Imam begriff, wie die verschiedenen muslimischen Organisationen Einfluss ausüben, versuchte er seine Gemeinde von diesen Strömungen fern zuhalten und sie unabhängig, bzw. Deutschland abhängig, zu führen. Er strebte eine religiöse Gemeinde ohne politische und ideologische Einflüsse an, forderte Offenheit der Gemeinde und knüpfte Beziehungen und Dialoggespräche mit den lokalen Religionsgemeinschaften wie mit anderen muslimischen Vereinen, ohne organisatorische Verbindungen mit einem islamischen Dachverband in Deutschland aufbauen zu wollen. Dies war ausdrücklich auch im Sinne des Vorstands und der Mitglieder der Islamischen Gemeinde Penzberg (IGP). 

Die IGP wählt einen neuen Vorsitzenden: Der 1. Vorsitzender und Gründungsmitglied der IGP Halil Ayvaz schied wegen seines Umzugs nach Nürnberg aus dem Vorstand aus. Als Vorstandvorsitzender der IGP wird Bayram Yerli gewählt. Herr Yerli war vorher in der Moschee in Bad Tölz tätig. Herr Yerli ist 1994 wegen seiner Arbeit nach Penzberg zugezogen und wurde auch im gleichen Jahr, wie es unter den praktizierenden Muslimen üblich ist, in der jeweiligen örtlichen Islamischen Gemeinde Mitglied. Am 15.01.1998 wurde Bayram Yerli als Vorstandsvorsitzender in das Vereinsregister eingetragen. 

Jahr 2000

Die IGP wird gemeinnützig: Die IGP sucht ein Grundstück zum Bau eines neuen Gemeindezentrums. Eine alternative Organisationsstruktur wird nötig. Mit der Mitgliederversammlung vom 04.03.2000 haben die Mitglieder eine Neufassung der Satzung beschlossen. Die veränderte Satzung wurde dem Finanzamt Garmisch-Partenkirchen eingereicht und am 14.06.2000 im Vereinsregister eingetragen. Gleichzeitig wurde der Verein gemeinnützig. 

Der Erwerb des Grundstücks und "Pakt der Einheit": Im Juni 2000 wird das Grundstück an der Bichlerstraße erworben. Im Bewusstsein, dass der neu geplante attraktive Moscheebau in Penzberg zu Bestrebungen durch muslimische Dachverbände führen könnte, die Gemeinde für sich zu vereinnahmen, haben die Mitglieder der IGP im Mai 2000 einen „Pakt der Einheit“ unterschrieben, in der sie sich verpflichten, sich für den Frieden und die Gemeinschaft einzusetzen. 

Jahr 2003

Grundsteinlegung für die neue Moschee (Islamisches Forum): Im Juni 2003 wird der Grundstein des heutigen Islamischen Forums (Name der Penzberger Moschee) an der Bichlerstraße durch den Vizelandrat von Weilheim-Schongau und den 1. Bürgermeister von Penzberg gelegt. Die Moschee mit Gemeindezentrum ist durch Spenden und Sponsoren finanziert. Kein muslimischer Dachverband war beim Bau der Moschee, weder finanziell noch ideell, beteiligt. Die Stadt Penzberg und die Bevölkerung wurden zu jeder Zeit des Baufortschritts, auch in Fragen der Finanzierung, informiert. 

Jahr 2005

Ablehnung des Einbürgerungsantrags von Herrn Yerli und die Begründung: Bayram Yerli informiert den Vorstand über die Ablehnung seines Antrags auf Einbürgerung und über den Grund dazu, nämlich seine private Mitgliedschaft bei der Islamischen Gemeinschaft Milli Görüs (IGMG). Herr Yerli kündigt seine Mitgliedschaft bei der IGMG, wo er schon seit langer Zeit nicht mehr aktiv war. Die Mitgliedschaft war eine aus den früheren Jahren bei der Gemeinde Bad Tölz entsprungene, formelle Verbundenheit. Der Vorstand der IGP begrüßt die Kündigung der IGMG-Mitgliedschaft von Herrn Yerli.  

Eröffnung des Islamischen Forums: Am 18. September 2005 wurde das Islamische Forum in Anwesenheit hochrangiger Gäste mit einem Rahmenprogramm feierlich eröffnet. An der Eröffnung waren Vertreter aller Islamischen Verbände in Deutschland eingeladen (DITIB, ZMD, Islamrat, IGMG, IGD, VIGB(IGBD), VIKZ, UIAZD). Bei der Eröffnung haben ebenso zahlreiche Kommunalpolitiker sowie Diplomaten, Vertreter christlicher Kirchen und politischer Parteien (CSU, SPD, Die Grünen) teilgenommen.

Elementare Standpunkte der IGP: In seiner Rede zur Eröffnung hat Imam Idriz in 5 Punkten folgende Standpunkte klar und deutlich manifestiert: Ferne von ideologischen und politischen Bewegungen, Einsatz für ein aufgeklärtes Religionsverständnis, Gleichberechtigung von Frau und Mann, Verurteilung von Gewallt und Terror und Begegnung im Dialog. Diese Rede war Anlass für die Medien, weiterhin verstärkt über die IGP zu berichten. So hat die SZ am 18.11.05 einen Beitrag über Imam Idriz veröffentlicht. Damit wurde auch das Interesse vieler bayerischer Politiker geweckt, die muslimische Gemeinde in Penzberg kennen zu lernen. So lud der damalige Landtagspräsident  Alois Glück den Imam und den Vorstand zu einem Gespräch in den Landtag ein. 

Jahr 2006

Arbeitsteam für das Islamische Forum: Die Arbeit in der IGP wurde nach der Eröffnung sehr vielfältig und Intensiv, sodass sie nicht mehr alleine ehrenamtlich zu bewältigen war. Die Wichtigkeit der Integration der Muslime in die hiesige Gesellschaft und die Notwendigkeit der Öffentlichkeits- und Dialogarbeit, haben den Vorstand dazu bewegt, ein Team einzusetzen, das effizient und professionell die Arbeit in der Gemeinde übernehmen sollte. Das Team besteht heute neben dem Imam, der gleichzeitig als Direktor des Islamischen Forums fungiert, und seiner Stellvertreterin, aus einer Referentin für Bildung und einer Finanzbuchhalterin. Die Stellvertreterin ist zuständig für Öffentlichkeitsarbeit und interreligiösen Dialog, die Referentin für Bildung und Soziales als Brücke zwischen den Muslimen und den Schulen in Penzberg, die Finanzbuchhalterin für die Buchhaltung innerhalb der Gemeinde.           

Schreiben an IGMG: Da uns ab und zu in Gesprächen zugetragen wurde, dass wir bei der IGMG als Ortsverband in deren Vereinsregistern geführt werden, hat der Vorstand beschlossen, dem nachzugehen und ein Schreiben an die IGMG verfasst, um die Streichung der IGP als Ortsverband zu verlangen. Dies geschah nicht, wie vom Landesamt für Verfassungsschuz behauptet wird, nachdem öffentlicher Druck entstand, sondern schon viel früher und in eigener Initiative. 

Vorstandswahl: Im Mai 2006 standen satzungsgemäß Vorstandswahlen an. Eines der Kriterien für die Kandidaten war die Beherrschung der deutschen Sprache. Die Vorstandssitzungen waren bis dato immer in Türkisch, Bosnisch und Deutsch. Seit dieser Wahl finden sie ausschließlich in Deutsch statt.    

Besuch von Landtagspräsident Alois Glück: Tausende von nicht-muslimischen Bürgern besuchten das Islamische Forum schon kurze Zeit nach der Eröffnung. Darunter sind auch namhafte Akademiker, Politiker, Diplomaten, wie z.B. der Generalkonsul der USA in München. Eine große Ehre war der Besuch des bayerischen Landtagspräsidenten im November 2006. Imam Idriz hielt eine Rede vor dem Präsidenten, in der er einen kurzen Überblick über die muslimischen Spitzenorganisationen in Deutschland vermittelte. Unter anderem war zu hören: “Muslime in Deutschland  müssen sich offen und ohne Scheu den demokratischen Richtlinien dieses Landes verbunden zeigen. Menschenrechte, Gleichberechtigung von Mann und Frau, Meinungsfreiheit und die Anerkennung des juristischen Rechts sind in erster Linie unsere religiösen Pflichten und damit auch mit aller Kraft dafür einzutreten. Die deutsche Geschichte, die Kultur, die Sitten und Bräuche müssen uns bekannt sein. Die Gesetze zu achten, die Sprache zu sprechen, die Hymne mitsingen zu können. Für die Sicherheit und Stabilität dieses Landes müssen wir uns mit höchster Aufmerksamkeit zuneigen“.  Der Präsident lobte und würdigte diese Rede. 

Jahr 2007

Initiative des Imams für ZIE-M: Anfang 2007 fanden sich etwa 40 Münchner Muslime, aus sieben unterschiedlichen Herkunftsländern zusammen, um das Projekt ZIE-M ins Leben zu rufen. Vordergründige Aufgabe dieses Teams war es zunächst einmal, eine Analyse der Ausgangssituation vorzunehmen, bevor dann ein Standpunkt formuliert wurde und schließlich die Intention unseres heutigen Konzeptes entwickelt werden konnte.
Der Konzeptentwurf wurde dann den Verantwortlichen in der Politik und im öffentlichen Leben zum Diskurs angeboten. Zahlreiche Reaktionen, die von ernsthaftem Interesse und großer Zustimmung zeugten, erreichten uns, von der Landes- und Kommunalebene angefangen, über hochrangige religiöse Würdenträger und Persönlichkeiten.

Unterstützung durch Joachim Herrmann: Der jetzige bayerische Innenminister Joachim Herrmann, damals CSU-Fraktionsvorsitzender, schrieb im Mai 2007 an den Initiator des Projekts ZIE-M, Imam Idriz: „Die von Ihnen angestoßenen Projekte zur besseren Integration der Muslime in unsere Gesellschaft sind sehr begrüßenswert. Die ausgesprochen positive Presseberichterstattung und die Eindrücke, die meine Kollegen, Landtagspräsident Alois Glück und Martin Neumeyer beim Besuch des Islamischen Forums in Penzberg im November 2006 gewonnen haben, haben auch mein Interesse geweckt. Deshalb wäre ich dankbar, auch künftig Informationen über Ihre Arbeit zu erhalten. Das von Ihnen angestoßenen Projekt der Schaffung eines 'Zentrum für Islam in Europa München' (ZIEM) ist sehr interessant und sollte auf jeden Fall auch weiterhin Gegenstand eines intensiven und kontinuierlichen Dialogs zwischen Ihnen und der CSU-Fraktion im Bayerischen Landtag bleiben.“

Vorwürfe des Innenministeriums und Gespräch mit Staatsekretär Schmid: Am 01. August 2007 wirft das Innenministerium der IGP Extremismus vor. Der Penzberger Bürgermeister, alle politischen Fraktionen im Stadtrat, die Katholische und die Evangelische Kirche, sowie zahllose Bürger stellen sich ausdrücklich und engagiert hinter die IGP. Nach den Vorwürfen trafen sich auf Wunsch der IGP fünf Repräsentanten der Islamischen Gemeinde Penzberg (IGP) am 13.08.2007 im Innenministerium mit sieben Repräsentanten des Innenministeriums und des Landesamts für Verfassungsschutz. Nach einem vierstündigen Gespräch veröffentlichten beide Seiten eine Stellungnahme, die weitgehend von Seiten des Innenministeriums vorformuliert war. In der Stellungnahme wird festgehalten, dass der IGP Vorsitzende Bayram Yerli seine bereits gekündigte Mitgliedschaft bei der Islamischen Gemeinschaft Milli Görüs (IGMG) nochmals kündigen wird und die Kopie der erneuten Kündigung dem Innenministerium zukommen lassen wird. Des Weiteren wurde festgehalten, dass der Imam der Penzberger Moschee Benjamin Idriz sich von allen extremistischen Organisationen und der IGMG distanziert. Herr Yerli hat seine bereist gekündigte Mitgliedschaft bei IGMG noch einmal gekündigt. Dem Wunsch des Ministeriums wurde Folge geleistet und eine Kopie der nochmaligen Kündigung zugesandt.

Der Generalsekretär der IGMG Oguz Ücüncü in der SZ über die IGP: Die SZ berichtete am 08.08.2009: "…Man tue dem Penzberger Imam und seiner Gemeinde aber Unrecht, wenn man sie als Teil der IGMG bezeichne. Die IGMG habe in Penzberg von 1990 bis 1993 (die Jahreszahlen sind nicht korrekt!) selbst eine Moschee unterhalten, diese aber aufgegeben. Die heutige Gemeinde sei völlig eigenständig, sie habe 'eine eigene Moschee, einen eigenen Imam und eine eigene Agenda, die nicht mit uns verbunden sind, nicht offen und auch nicht verdeckt', sagt Ücüncü." 

Hetz-Kampagne gegen Muslime in Penzberg: Nach den Vorwürfen des Innenministeriums begann eine Hetzkampagne gegen Muslime in Penzberg. Eine rechtsradikale Gruppe aus München hat ein Flugblatt in vielen Wohnungen verteilt und versucht, das Vertrauen zu beschädigen und Angst unter der Bevölkerung verbreitet. Derartige Entwicklungen waren in unserer von einem Klima des gegenseitigen Vertrauens und des Miteinanders geprägten Stadt bis dahin vollkommen unvorstellbar!

US-Generalkonsulat in München organisiert Iftar-Essen mit der IGP in Penzberg: Im November luf die IGP zusammen mit den US Generalkonsul in München, Herrn Eric Nelson, zum gemeinsamen, traditionellen Iftar-Essen im Ramadan zahlreiche Repräsentanten der verschiedenen Religionsgemeinschaften und Politiker ein. Der US-Generalkonsul sprach der IGP seine Anerkennung und Unterstützung aus und stärkte die Arbeit der IGP. 

Aufruf in der Freitagspredigt: Imam Idriz hat unmittelbar nach Bekanntwerden der Terrorpläne der sog. Sauerland-Gruppe, in seiner Freitagspredigt derartige Akte schärfstens verurteilt und einen Aufruf zum Frieden gefordert. Der Münchener Merkur hat diesen Aufruf veröffentlicht.

Jahr 2008

Erwähnung der IGP im Verfassungsschutzbericht: Trotz aller Bemühungen und obwohl alle Forderungen des Innenministeriums erfüllt wurden, wurde die IGP im Verfassungsschutzbericht 2007 aufgenommen. Erneut haben wir um ein Gespräch gebeten. Daraufhin fand ein weiteres Gespräch mit dem damaligen Staatssekretär Jürgen Heike statt; wir haben ihm die Sachlage erklärt, wir berichteten ihm, dass wir allem nachgekommen sind, was wir mit seinem Vorgänger (Georg Schmid) vereinbart worden war. Er stellte fest, dass das, was von seinem Vorgänger behauptet worden war, so nicht richtig war. Herr Heike wollte von Herrn Yerli eine weitere Kündigung der bereits zweimal gekündigten Mitgliedschaft; es sollte dies noch einmal nachgewiesen werden. Auch dem wurde Folge geleistet. Einen Termin bekamen wir auch vom Innenminister. Das Gespräch sollte am 09. April 2008 stattfinden. Kurz vor unserem geplanten Gespräch kam vom Innenministerium eine Absage, mit der Aussage, dass der Innenminister im Ausland sei. Der Termin sollte auf ein nicht genanntes Datum verschoben werden, bis heute haben wir nichts von einem neuen Termin gehört. Bei einer Veranstaltung der Hanns-Seidl-Stiftung im April 2008 hat Imam Benjamin Idriz den Staatsekretär Heike getroffen. Herr Heike zeigte Interesse für ein Gespräch. Der Imam lud ihn mündlich nach Penzberg ein und schickte am nächsten Tag eine schriftliche Einladung. Der Innenstaatsekretär sagte für den 07. Mai 2008 zu. Kurz vor dem Termin wurde die Einladung ohne Begründung abgesagt.

Die Mitglieder der IGP verfassen einen Brief an das Innenministerium: Die Mitglieder der IGP beschließen in einer Sondersitzung, dass der Vorstand eine Stellungnahme an das Innenministerium verfassen solle. Diese wurde dann vom 1. und 2. Vorsitzenden, sowie vom Imam unterschrieben und an das Innenministerium geschickt. In diesem Schreiben äußern die Mitglieder ihre Empörung über die Erwähnung der IGP im VfB des Jahrs 2007, sowie ihren Ärger darüber, dass ausgerechnet diese Gemeinde in eine extremistische Ecke gestellt wurde. Das Innenministerium hat dieser Stellungnahme der Mitglieder leider keinen Wert beigemessen. 

Rede von Imam Idriz in Wildbad-Kreuth über Islam und Politik: Die Hanns-Seidl-Stiftung lud Imam Idriz zu einer Tagung in Wildbad-Kreuth ein, wo er über „Islam und Politik“ in Anwesenheit von Ministerpräsident a.D. Günter Beckstein und Innenminister Herrmann und weiteren Politikern und Experten eine Rede hielt. 

Aberkennung der Gemeinnützigkeit: Die nächste und größte Überraschung war dann schließlich die Aberkennung der Gemeinnützigkeit. Die Gemeinnützigkeit der IGP ist am 29. Dezember 2008 durch das Finanzamt in Garmisch-Partenkirchen auf Anordnung des Verfassungsschutzes aberkannt worden, ohne dass die IGP gegen ihre Satzung gearbeitet hätte. Die Begründung war, dass die Kündigung der alten Mitgliedschaft des IGP-Vorsitzenden nicht von der IGMG bestätigt worden wäre. Der IGP-Vorsitzende Yerli hatte seine private Mitgliedschaft bei der IGMG schon 2005 gekündigt, lange bevor es zu den Vorwürfen des Innenministerium kam.

Jahr 2009

Der Penzberg Bürgermeister schreibt an den Innenminister: Nachdem der IGP die Gemeinnützigkeit aberkannt wurde, schrieb der 1. Bürgermeister unserer Stadt Penzberg, Hans Mummert, im Januar einen Brief an den Innenminister mit der Bitte um ein Gespräch. Der Bürgermeister hat seinen Brief im April wiederholt.  

Herr Yerli erhält die Kündigungsbestätigung von der IGMG: Im Februar 2009 hat Bayram Yerli die Bestätigung seiner Kündigung vom Jahr 2005 von der IGMG erhalten. Dies wurde an das Finanzamt Garmisch und an das Innenministerium weitergeleitet.   

Erneute Erwähnung der IGP im Verfassungsschutzbericht: Der Verfassungsschutz hat seine Behauptungen im VfB 2007 gegenüber der IGP im VfB 2008 wiederholt, mit dem Zusatz, dass im Jahr 2008 in der IGP für eine Veranstaltung der IGMG in Ingolstadt geworben worden sei. Die Art der Veranstaltung wird nicht erwähnt. Imam Idriz schrieb einen erneuten Brief an den Innenminister und brachte sein Entsetzen zum Ausdruck. 

Die Veranstaltung in Ingolstadt: Wir erfahren aus der SZ, dass es sich bei der ominösen Veranstaltung um eine Koran-Rezitation gehandelt hat. In der IGP gilt: Wenn eine fremde Organisation ein Werbeplakat an der Veranstaltungstafel des Islamischen Forums aushängen möchte, muss dies vom Vorstand genehmigt werden. Weder diese noch andere Werbeplakate der IGMG sind vom Vorstand genehmigt worden. Wir erfahren später, dass an dieser Koran-Rezitation der IGMG in Ingolstadt auch der ehemalige Oberbürgermeister von Ingolstadt und Mitglied des Bayerischen Verfassungsgerichthofs Herr Peter Schnell (CSU) teilgenommen hat. Wir haben auch erfahren, dass der derzeitige Oberbürgermeister Alfred Lehmann (CSU) in Ingolstadt am 09. März 2008 selbst die IGMG-Ingolstadt besucht hat. Im Anschluss seines Besuchs soll er gesagt haben: "Die IGMG ist ein Vorbild für die Gewährleistung von Ruhe und Frieden".

Entschluss zum Rechtsweg: Im Auftrag der IGP hat RA Hildebrecht Braun einen Brief an den Innenminister geschrieben, in dem er diesen zu einer Antwort bis 14.04.2009 auffordert. Die Antwort ging am 21.04. 2009 ein. Das Innenministerium hält weiter an seinen Behauptungen fest. Nachdem wir, wie oben dargestellt, trotz andauernder Bemühungen keine Bereitschaft zu einem konstruktiven Dialog im Innenministerium gefunden haben, hat sich die IGP nach langen Diskussionen dazu entschlossen, den Rechtsweg einzuleiten.

Die IGP legt große Hoffnung in die Rechtstaatlichkeit Deutschlands und Bayerns und ist fest von einer gerechten Entscheidung der Richter überzeugt.

gez. Islamische Gemeinde Penzberg e.V., Mai 2009