Ungebremste Integrations und Dialogbereitschaft - trotz Verkennung
Herr Bayram Yerli 1. Vorsitzender
Die Nachricht des Bayerischen Innenministeriums ereilte nur einen kleinen Teil der ca. 600 Muslime, die sich zu der Islamischen Gemeinde Penzberg zugehörig fühlen.
Denn bekanntlich ist offiziell in Bayern seit dem 30.07.2007 Schulferienzeit und somit eine Zeit der Abwesenheit nicht nur der Muslime in diesem Bundesland, sondern auch vieler Bürger, die ihren Urlaub antreten.
Nichts desto trotz mussten wir diesen Zeitpunkt auswählen, um die Fehlinformationen und Missverständnisse der letzten Tage auszuräumen.
Anfang 1990 wurde eine religiöse Interessengemeinschaft in Penzberg gegründet, die damals ein Ortsverband der Islamischen Föderation, der heutigen IGMG war. Nach kurzem Bestehen mussten die Räumlichkeiten aufgrund einer neuen Bebauung aufgegeben werden. Die Gemeinschaft wurde bis auf weiteres aufgelöst.
Davon unabhängig entstand 1993 die heutige Islamische Gemeinde Penzberg e.V., mit einer für alle Menschen offenen und multinationalen Vereinsstruktur.
Es wurde ein Verein mit gänzlich neuen Vorstandsmitgliedern gewählt, die je zur Hälfte aus Bosniern und Türken stammten.
Als eingetragener Verein mit der Nr. 478 wurden wir am 30.11.94 in das Vereinsregisteramt in Weilheim aufgenommen.
Aufgrund diverser Anfragen von Organisationen, ob wir eine Niederlassung der IGMG seien, wurden wir auf die Problematik aufmerksam.
Daraufhin verfassten wir ein Schreiben, adressiert an die IGMG Zentrale, mit der Kenntnisnahme, die Islamische Gemeinde Penzberg als Ortsverband zu streichen.
Telefonisch bestätigte uns der Generalsekretär der IGMG Zentrale „DieIslamische Gemeinde Penzberg wird nicht als Zweigniederlassung geführt und das Projekt eures Imams in München ist uns nicht bekannt.“
Wir möchten an dieser Stelle noch mal bekräftigen, dass wir eine unabhängige Gemeinde sind, die keinerlei organisatorische Verbindungen zu anderen Organisationen unterhält.
Der Verein verfolgt weder eine ideologische Prägung, noch eine theokratische Absicht.
Der Dialog der Kulturen mit unterschiedlichen Konfessionen sowie die gesunde Integration der muslimischen Identität in die soziale Gesellschaftsordnung sind Schwerpunkte in der Vereinsarbeit.
Die Islamische Gemeinde Penzberg birgt das Selbstverständnis für eine gleichberechtigte Stellung der Frau im gesellschaftlichen Partizipationsprozess.
Besondere Förderung kommt der Bildung in allen Facetten zu.
Alle Menschen unabhängig von Ihrer Herkunft, ihrem sozialen Status, ihres Geschlechtes und Ihrer Konfession gleichberechtigt aufzunehmen und zu vertreten, sind weitere Zielsetzungen.
Um den Dialog besser voranzutreiben und die allgemeine Transparenz zu ermöglichen, gilt die Landessprache Deutsch als Kommunikationssprache:
deutschsprachiger Religionsunterricht, deutschsprachige Predigten und ausschließlich deutschsprachige Vorstandsbesprechungen.
Wir distanzieren uns von jeglicher Art von Gewalt, Extremismus und Intoleranz.
Fundamentalisten und extremistische Äußerungen haben keinen Platz und kein Gehör in unserer Gemeinde.
Wir stehen zur freiheitlich demokratischen Staatsordnung und zum Grundgesetz der BRD.
Wir - Penzberger - haben in den letzten Jahren erfolgreiche Öffentlichkeits- und Integrationsarbeit geleistet und somit viele Ängste und Vorurteile bei der Bevölkerung zusammen abgebaut. Darauf zurück zu führen ist die große Akzeptanz und das gegenseitige Interesse der Bevölkerung.
Das Schüren von Angst und die Verbreitung von Fehlinformationen werden langfristig keinen Erfolg erzielen können.
Es ist offensichtlich, dass mit Presseerklärungen, wie wir sie am 1. August 2007 erlebt haben, das bisher erreichte, gute Zusammenleben und die positive Gemeinschaft in unserer Stadt nachhaltig verändert werden sollte.
Die Islamische Gemeinde steht nach wie vor in offener und vertrauensvoller Beziehung zu den Behörden, zu den kirchlichen Einrichtungen, den Schulen und den zivilgesellschaftlichen Einrichtungen.
Aufrichtigkeit und respektvolles Miteinander sind die Grundvoraussetzungen für ein friedvolles und vertrauensvolles Zusammenleben.
Deutschland ist unsere Heimat und wir werden uns aktiv für den Frieden und die Sicherheit unseres Landes einsetzen.
In diesem Sinne werden wir gemeinsam weiter an unseren gesetzten Zielen arbeiten.
Die zahlreichen Solidaritätsbekundungen der letzten Tage, stärken uns in unserer Arbeit, weiterhin den eingeschlagenen Weg zu gehen.
Im Namen der Islamischen Gemeinde Penzberg e.V.
Bayram Yerli
1. Vorsitzender
Parteien, Kirchen und Stadt solidarisieren sich mit Islamischer Gemeinde