Grünen-Chef Özdemir drückt den Solar-schalter

40.000 Euro teure Solar-anlage auf dem Dach des Islamischen Forums offiziell in Betrieb genommen

Penzberg – Jeden Sonnenstrahl nutzt  das Islamische Forum in Penzberg. Auf dessen Flachdach befindet sich seit kurzem eine Solaranlage. Um sie in Betrieb zu nehmen, kam hoher Besuch: Cem Özdemir, der Bundesvorsitzende der Grünen, hat am Dienstagnachmittag offiziell den Solarschalter gedrückt.

Eine Solaranlage auf dem Dach einer Moschee ist Özdemirs Worten nach etwas Neuartiges. Genutzt wird die Energie der Sonne bereits am Evangelischen Gemeindehaus. Auch am Katholischen Kindergarten in Steinberg ist eine Anlage geplant. „ Penzberg ist ein Vorbild in Sachen Energiepolitik“ sagte Özdemir.

22 Solarmodule sind es auf dem Islamischen Forum. Die Anlage mit knapp 40 Quadratmetern Fläche dient dort nicht nur zum bereiten von Warmwasser, sondern auch zum heizen. „Über einen Wärmetauscher wird das Wasser in einem Pufferspeicher erwärmt“, erklärte Kazim Ayvaz, Vorstandsmitglied der Islamischen Gemeinde und Baukoordinator der Solaranlage. Das warme Wasser werde dann direkt für die Fußbodenheizung im Gebäude genutzt. Außerdem gibt es Pufferspeicher, „mit denen wir auch Tage ohne Sonnenlicht überbrücken können“, ergänzte Ayvaz. Mit der Anlage (Gesamtkosten rund 40.000 Euro) könnte der Wärmebedarf von vier Einfamilienhäusern pro Jahr gedeckt werden. Hauptinvestor ist Faraj bin Hammoudah aus den Vereinigten Arabischen Emiraten.

„Glaube ohne Taten ist nur eine Hülse, ein Lippenbekentniss“ betonte Benjamin Idriz. Aus diesem Grund sollen die Kräfte der Schöpfung Gottes - in diesem Fall die Sonnenkraft – genutzt werden, um sie in Kraft für den Alltag umzuwandeln oder eben auch zu heizen. Das Angebot der Sonne verwenden zu können, „ist eine gute Nachricht in Zeiten der Wirtschaftskrise, denn die Sonne schickt uns keine Rechnung“, sagte Bayram Yerli, Vorsitzender der Islamischen Gemeinde in seiner Rede. Außerdem „wird der Mensch im Koran als Stellvertreter Gottes bezeichnet und aus dieser Stellung heraus ergibt sich Verantwortlichkeit“, betonte Idriz im Anschluss.

In diesem Punkt stimmte ihm Cem Özdemir, der die Moschee in Penzberg bislang nur von Postkarten gekannt hat, überein: „Es soll das Wesen jeder Religion sein, dass wir Verantwortung für unsere Generationen übernehmen.“

Deshalb fasst die Gemeinde schon den nächsten Schritt ins Auge. Zusätzlich zur Solaranlage soll auf dem Dach eine Photovoltaik-Anlage entstehen.
Simone Singer von Penzberg Merkur

www.merkur-online.de