MÜNCHEN UND DER ORIENT

von Stefan Jakob Wimmer
mit Fotografien von Ergün Cevik
und einem Geleitwort von OB Christian Ude

herausgegeben vom Zentrum für Islam in Europa - München (ZIE-M)
im Kunstverlag Josef Fink, Lindenberg i. Allgäu 2012


MÜNCHEN UND DER ORIENT

von Stefan Jakob Wimmer mit Fotografien von Ergün Cevik und einem Geleitwort von OB Christian Ude

herausgegeben vom Zentrum für Islam in Europa-München (ZIE-M) in Kunstverlag Josef Fink, Lindenberg i.Allgäu 2012

Donnerstag, 7. Februar 2013, 19.00 Uhr

im Fürstensaal der Bayerischen Staatsbibliothek,
Ludwigstr. 16, 80539 München

mit Kulturreferent Hans-Georg Küppers (LH München), Dr. Rolf Griebel (BSB), Imam Benjamin Idriz (ZIE-M), Josef Fink (Kunstverlag Fink), Tinka Kleffner (Lesung), Seref Dalyanoglu (musikalische Begleitung), Stefan Jakob Wimmer (Autor) und Ergün Cevik (Fotograf)

Zum Ausklang laden wir Sie zu einem orientalischen Imbiss ein.

Wir bitten um Anmeldung über Tel. 089 / 28 638-2880 oder stefan.wimmer@bsb-muenchen.de

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Die Geschichte der Begegnungen und Überschneidungen Münchens mit dem Orient ist überraschend vielseitig und unvermutet ergiebig, und sie ist so alt wie die Stadt München selbst. Die Verbindungen und Verflechtungen, Inspirationen und Reminiszenzen setzen bei Heinrich dem Löwen ein und ziehen sich kontinuierlich durch alle Epochen der Stadtgeschichte. Wir begegnen ihnen auf dem Marienplatz und in der Ludwigstraße, in Nymphenburg und auf dem Oktoberfest.

Und dennoch werden diese Bezogenheiten bis heute wenig wahrgenommen. Wer ist sich in München bewusst, dass ein Wahrzeichen wie die Turmhauben der Frauenkirche auf eine Moschee in Jerusalem verweisen? Dass Türken schon vor über 300 Jahren Spuren in der Stadt hinterlassen haben und einige von ihnen schon damals Münchner geworden sind? Dass die Sammlungen der Stadt orientalische Schätze von Weltgeltung beherbergen? Gewiss gehört auch Konfrontatives immer wieder und immer noch zu den Facetten der Auseinandersetzung. Deshalb beleuchtet dieses Buch die Münchner Stadtgeschichte unter einem neuen, ungewohnten Blickwinkel. Vielleicht trägt das dazu bei, dass das "Fremde", wenn es auf vertrauter Grundlage präsentiert wird, vertrauter wird.



"Selten gibt es in der unendlichen deutschen Buchproduktion echte Sternstunden; dieses Buch kann man in seinem Genre dort einordnen. … Die im Buch zusammengetragenen Fakten sind für jeden, der sich für den (islamischen) Orient interessiert – auch wenn er nicht in Bayern wohnt – wissenswert. Viele orientalische Facetten aus der älteren bis hin zur neuesten Geschichte der Bayerischen Landeshauptstadt haben Bedeutung für andere Regionen, oder für die Geschichte der islamischen Kunst und Kultur überhaupt."
Gesellschaft der Freunde Islamischer Kunst und Kultur e.V. (Link zur vollständigen Besprechung)

"Auch Urmünchner werden überrascht sein, wie viele Spuren der Begegnung mit dem Orient sich in ihrer Stadt finden – lange vor der Arbeitsmigration der letzten 50 Jahre. Die Verbindung von Orient und Okzident hat auch in der Lokalgeschichte Münchens ihre Spuren hinterlassen. Ihnen nachzugehen bereitet echtes Vergnügen."
Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm

"In dem schönen Buch 'München und der Orient' kann ich viel für mich Neues erfahren: Was ich als Bub durch Karl Mays Hadschi Halef Omar durchaus Sympathisches vom Islam erfuhr, was mich als Sechzigerfan für die "Löwen" begeisterte oder was mich über die ehemalige Türkenkaserne erstaunen ließ, das alles weitet sich nun zu einer Entdeckungsreise durch unsere Stadt München. In Wort und Bild darf ich den abrahamitischen Religionen und der Kultur des Nahen Ostens begegnen – welche Weite und welcher Reichtum tut sich da auf!"
Altabt Odilo Lechner OSB

"Es kann sinnvoll sein, den Blick über den eigenen Kultur-Kreis hinaus schweifen zu lassen. Dadurch ergibt sich die Chance auf Perspektiven-Wechsel, die Chance auf eine erweiterte Sicht auf die Dinge. Denn nicht immer ist alles so, wie es scheint und wie wir es zu wissen glauben. Ich persönlich verstehe dieses Buch auch als Aufforderung, die augenscheinlich vorhandenen Verflechtungen der vermeintlich sich so kämpferisch gegenüberstehenden Kulturen neu zu beleuchten. Ich fordere Sie auf: Erweitern Sie durch die Lektüre dieses Buches Ihren Blickwinkel, stellen Sie aber auch Ihren Fokus scharf, folgen Sie den spannenden Spuren in die Vergangenheit, und nehmen auch Sie den einen oder anderen Wechsel in der Perspektive für die Zukunft vor. Perspektivische Linien erschließen sich nur, wenn man ihnen folgt."
Josef Schmid, Vorsitzender der CSU-Stadtratsfraktion

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Türkische Halbmonde und orientalische Klänge auf dem Oktoberfest? Kein Scherz, sondern historische Realität. Schließlich stammte das erste Wiesn-Zelt aus der so genannten Türkenbeute des bayerischen Kurfürsten. Das Buch "München und der Orient" erzählt von kaum bekannten Kapiteln bayerischer Geschichte.

Osmanische Spuren in der Landeshauptstadt

Goldene Halbmonde in einträchtiger Symbiose mit weiß-blauen Fahnenwimpeln schmückten einst das Dach des ersten Wiesn-Zelts. Musikalisch umrahmt von einer bayerischen Militärkapelle mit türkischer Musik. Der bayerische Kurfürst Max Emanuel hatte das Zelt nach der Vertreibung der Osmanen aus Wien mit nach München gebracht. Nicht nur auf der Theresienwiese fand der Autor Stefan Jakob Wimmer orientalische Spuren, in ganz München machte er seine Entdeckungen: Das idyllisch gelegene Prinzenhaus im Nymphenburger Schlosspark etwa, das einen osmanischen Pavillon imitiert. Oder die Arkaden am Hofgarten, unter denen sich das berühmte Café Tambosi befindet, und die an die überdachten Soukpassagen von Istanbul oder Kairo erinnern. Kein Wunder, denn das Gebäude wurde im Auftrag König Ludwigs I. als so genannter "Bazar" errichtet.

"Das alles zieht sich lückenlos durch die Münchner Stadtgeschichte, bis hin zur Zeit Heinrichs des Löwen. Der Sultan von Konya, der auch den Namen Löwe im Namen geführt hat, bereitete diesem mitten in Anatolien einst einen unerwartet freundlichen Empfang. Ein Gemälde dieser herzlichen Umarmung hängt heute in Hohenschwangau."

                                                                                    Stefan Jakob Wimmer, Buchautor


Ungewohnte Einsichten in Münchens Geschichte

Stefan Jakob Wimmer dokumentiert die Begegnungen zwischen München und dem Orient lückenlos und klammert auch die dunklen Seiten der Stadtgeschichte - etwa die Zeit des Nationalsozialismus - nicht aus. Unter dem Befehl des Münchners Heinrich Himmler gab es in der Landeshauptstadt eine eigene muslimische SS-Division unter dem Namen "Handschar", mit dem traditionellen Krummsäbel als Abzeichen und einem grünen Fez mit Hakenkreuz und Totenkopf als Kopfbedeckung. Ein weitaus größerer Teil der Muslime fand sich allerdings als sowjetische oder jugoslawische Kriegsgefangene in verschiedenen deutschen Konzentrationslagern wieder, so Wimmer. Auch die Nachkriegszeit beschreibt der Autor in seinem Buch, genau wie die Zeit des Wirtschaftswunders, an dem Muslime wesentlich beteiligt waren. Etwa die türkischen Gastarbeiter, die vor allem das Gesicht des Münchner Bahnhofsviertels bis heute prägen. Mit einer Übersicht über Münchens Moscheen und einem Ausblick auf künftige Bauvorhaben wie das Zentrum für Islam endet Wimmers Buch. Eine Lektüre, die Münchnern mit und ohne Migrationshintergrund und Liebhabern der Landeshauptstadt ungewohnte Einsichten in die Geschichte der bayerischen Metropole eröffnet.

"In der Siedlung Ludwigsfeld hat sich im Jahr 1953 eine kleine muslimische Gemeinde gegründet. Ludwigsfeld ist auf dem Gelände des KZ-Außenlagers Allach entstanden und ironischer Weise ist Münchens erste Moschee in einer ehemaligen KZ-Baracke eingerichtet worden."

                                                                                    Stefan Jakob Wimmer, Buchautor

Quelle: http://www.br.de/radio/b5-aktuell/sendungen/interkulturelles-magazin/muenchen-und-der-orient-102.html