Lebenswelten in Bayern Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen und die SPD-Landtagsfraktion im Bayerischen Landtag laden zu einem gedanklichen Austausch über mehr gesellschaftliche Öffnung und Teilhabe islamischer Verbände in Bayern ein.
Im Rahmen der interkulturellen Dialogreihe Lebenswelten in Bayern wollen die Grünen und SPD mit Muslimen darüber sprechen, wie eine aktivere Partizipation islamischer Verbände, mehr Integration und mehr Mitverantwortung in Sozial- und Bildungsbelangen konkret aussehen könnte.Orte der Begegnung, Orte der Vielfalt
Dialog mit islamischen Verbänden, die durch Vielfalt und Öffnung die interkulturelle Verständigung fördern. Mit Vertretern des Zentrums für Islam in Europa – München e.V., und der afghanisch-muslimischen Gemeinde in München.
Im Rahmen der Dialogreihe findet am Dienstag, den 13.04.2010 um 18.30 Uhr die Veranstaltung „Orte der Begegnung, Orte der Vielfalt“ in Saal 3 im bayerischen Landtag statt. Im Mittelpunkt steht das Projekt ZIE-M. Imam Benjamin Idriz, Vorsitzender von ZIE-M e.V., wird das geplante Zentrum für Islam in Europa - München vorstellen.
Wann: 13.4.2010, 18.30 Uhr Wo: Saal 3 im Bayerischen Landtag
Von Wolfgang Schöner, Penzberger Merkur am 07.04.2010
Penzberg – Bedrängt und teilweise eingeschüchtert fühlten sich am Karfreitag Penzberger Gottesdienstbesucher von der Gruppe „Pax Europa“, die laut Augenzeugen vor den Kirchen gegen die islamische Gemeinde Penzberg Stimmung machen wollte. Die Gruppe versuchte, Kirchgänger vor laufender Kamera nach ihrem Verhältnis zum Islam zu befragen. Außerdem verteilte sie Flugblätter, in denen sie die islamische Gemeinde angriff.
Die Gottesdienstbesucher seien massiv angegangen worden, lautet der Vorwurf eines evangelischen Kirchenmitglieds. Es sei bei den Fragen nicht um Dialog gegangen, sondern „um aggressive Stimmungsmache mit dem Ziel, den gesellschaftlichen Frieden anzugreifen“. Auch eine andere Person spricht von einer „aggressiven Art“. Berichtet wird darüber, dass den Befragten Naivität vorgeworfen wurde, wenn ihre Antworten nicht passten.
Die nicht-kirchliche „Pax Europa“-Gruppe, die sich Bürgerbewegung nennt, hatte am Karfreitag zunächst vor der evangelischen Kirche in Penzberg auf das Ende des Gottesdienstes gewartet. Erst hieß es, sie würde eine Befragung zum Karfreitag machen. Am Nachmittag tauchte die Gruppe vor der katholischen Christkönigkirche auf. Dort war die Pfarrei durch einen Anruf der evangelischen Gemeinde vorgewarnt. Eine Angestellte bat die Gruppe, auf den Karfreitagsgottesdienst Rücksicht zu nehmen und die Besucher in Ruhe zu lassen. Die Gruppe wartete nach dem Gottesdienst auf der anderen Straßenseite.
„Ich habe ihnen gesagt, dass ich es für nicht angemessen halte nach einem Karfreitagsgottesdienst“, erzählt Gemeindereferent Berti Dreifürst. Er warnt zudem: Man müsse immer genau hinsehen, welche Absicht hinter einem solchen Interview stecke. In diesem Fall sei es klar gegen die islamische Gemeinde gerichtet gewesen.
Dass die Aktion eine Folge der wiederholten Anschuldigung des Verfassungsschutzes ist, vermutet Bürgermeister Hans Mummert: „Ich bin beunruhigt.“
Regionalbischöfin Breit-Keßler: "Wir werden uns da auch nicht irre machen lassen", fügte sie mit Blick auf die Anschuldigungen gegen die islamische Gemeinde Penzberg im Verfassungsschutzbericht an. Zum Auftreten der Pax-Europa-Gruppe am vergangenen Karfreitag in Penzberg sagte sie, diese Organisation verfolge nicht die Ziele der Integration, "sondern sie will Feindseligkeit streuen". Man stabilisiere die Werte des Christentums nicht durch Abgrenzung, sagte Susanne Breit-Keßler. Abgrenzung sei eine Position der Schwäche.
Imam Idriz: "Es ist auffällig, dass offen Islam- und integrationsfeindliche Gruppierungen wie z.B. „Politically Incorrect“ oder „Pax Europa“, mit ihrer volksverhetzenden Hasspropaganda bisher keine Erwähnung im Verfassungsschutzbericht finden. Es sollte dringend überprüft werden, in welcher Nähe sich der eine oder andere Mitarbeiter in der Behörde zu solchen oder ähnlichen Denkrichtungen bewegt"
Die ehemalige MTV Moderatorin Kristiane Backer stellt ihr Buch "VON MTV NACH MEKKA" vor.
Sie ist 1989 die erste deutsche MTVModeratorin. Sie darf Prince eine Woche lang auf Tournee begleiten, eröffnetEuro Disney in Paris, die schrill-glitzernde Glamourwelt steht ihr offen undmacht die Hamburgerin am Anfang der 1990er Jahre selbst zu einem Star. Doch indiese traumhafte Karriere schleichen sich bald Zweifel und nur wenige Jahrespäter werden ihre Tagebuchaufzeichnungen durch düstere Töne getrübt. Kristiane Backer, Idolmusikbegeisterter MTV Zuschauer, hat keine Energie mehr, fühlt sich lustlos undohne Ziel. Wiesie aus diesem Tief herausgefunden hat und worin sie einen Lebenssinn gefundenhat, das zeigt sie in ihrem Buch Von MTV nach Mekka auf. Ineinem äußerst einfachen Stil beschreibt sie ihren Weg zum Islam, zu dem sie1995 übertritt. Ein radikaler Bruch mit der Glitzerwelt findet dabei jedochnicht statt. Backer verkehrt auch bei ihrer Suche nach innerer Erleuchtungmeist in den Kreisen, in denen Luxus großgeschrieben wird. Und doch ist es keinleichtes Unterfangen, mehr als einmal muss sie sich vor Freunden und Bekanntenrechtfertigen. Mehr als einmal muss sie erkennen, dass die Männer, zu denen siesich hingezogen fühlt, nicht die richtigen sind. Mehr als einmal muss sieerkennen, dass Glaube auf ganz unterschiedliche Weise ausgelegt und gelebt wirdund dass es kein Patentrezept für Glückseligkeit gibt.
Kristiane Backer wird amDonnerstag, 29.10.2009 um 19.30 Uhr im Islamischen Forum Penzberg Gast sein und ausihrem Buch „Von MTV nach Mekka“ lesen.
Am Donnerstag, 30. Juli, startet um 18 Uhr im Großen Rathaussaal die Veranstaltungsreihe „Islam entdecken“. Der Muslimrat München e.V. und die Stelle für interkulturelle Arbeit im Sozialreferat der Landeshauptstadt München haben die Reihe initiiert, die sich bis in das Jahr 2010 erstrecken wird. Im Rahmen der Veranstaltungen haben Interessierte die Möglichkeit, Künstlerinnen und Künstler kennenzulernen, selbst Erfahrungen in Kalligrafie und Sufitanz zu sammeln, bei einem Konzert mitzufeiern und Menschen näher zukommen, die als Münchnerinnen und Münchner muslimischen Glaubens mitten im Leben stehen. Das Programm der Veranstaltungsreihe ist im Internet unter www.muenchen.de/sozialreferat abrufbar.
Den Anfang macht am Donnerstag 30. Juli ein Vortrag über die „Geschichte des Islams in München“. Referent ist PD Dr. Stefan Wimmer, Preisträger der „Münchner Lichtblicke“ 2007. Er beantwortet unter anderem die Fragen: Was hat die Frauenkirche mit einer Moschee und die Bavaria mit der Türkei zu tun? Wie lang reicht die Geschichte der Menschen muslimischen Glaubens in München zurück? Die Spuren des Islams in unserer Stadtgeschichte sind vielfältiger, als viele glauben, und manchmal deutlicher, als wir sie wahrnehmen. Der Vortrag beruht teilweise auf Ergebnissen, die im Rahmen eines Kunstpädagogik-Seminars an der Ludwig-Maximilians-Universität unter Leitung von Dr. Ernst Wagner erarbeitet wurden und die demnächst im Internet auf das Projekt eines Islamischen Museums in München - im Rahmen des "Zentrum für Islam in Europa - München" (ZIEM) - verweisen.
Die Veranstaltungsreihe „Islam entdecken“ ist ein weiterer Baustein in der Umsetzung des interkulturellen Integrationskonzepts der Landeshauptstadt München, das der Stadtrat am 20. Februar 2008 nach intensiver Beteiligung der Öffentlichkeit einstimmig beschlossen hat.
In einem interfraktionellen Fachgespräch im Landtag wollen SPD und Grüne am Mittwoch, 8. Juli, 17.15 - 19.15 Uhr, die Rolle von islamischen Verbänden für die Integration von Migranten und Migrantinnen diskutieren. Durch Sprachkurse, Elternkurse, Hausaufgabenhilfe und andere soziale Aktivitäten leisten Islamische Verbände einen wichtigen Beitrag zur Integration von Menschen mit Migrationshintergrund. Sie schlagen Brücken zu Menschen, die anders nur schwer erreichbar sind. Sie genießen das Vertrauen ihrer Gemeindemitglieder; sie können sie dort abholen, wo sie sind. Statt die Verbände in ihrer Integrationsarbeit zu fördern und zu stärken, sind islamische Verbände oftmals unbegründeten Verdächtigungen durch die Behörden ausgesetzt. Diese Vorgehensweise behindert die Verbände, sinnvolle Integrationsarbeit zu leisten. Sie werden stigmatisiert, isoliert, marginalisiert.
Statt islamische Verbände unter Generalverdacht zu stellen, fragen in dem Fachgespräch - zu dem Isabell Zacharias, MdL, Migrationspolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion, und Renate Ackermann, MdL, Integrationspolitische Sprecherin der Grünen-Fraktion, einladen - nach den Potenzialen, die islamische Verbände für die Integration von Migrantinnen und Migranten muslimischen Glaubens einbringen können. Wie können wir die Verbände in ihrem sozialen Engagement unterstützen? Wie können die Verbände selbst dazu beitragen? Welche Strategien können wir entwickeln, um die Verbände als wichtige Akteure im Integrationsprozess sichtbar zu machen?
Diese und andere Fragen sollen in dem Fachgespräch diskutiert werden. Dazu sind Sie herzlich einladen. Wir freuen uns auf eine spannende und anregende Diskussion.
Das Programm:
17.15 Uhr Begrüßung Renate Ackermann, MdL Integrationspolitische Sprecherin der GRÜNEN Isabell Zacharias, MdL Migrationspolitische Sprecherin der SPD
17.45 Uhr Islamische Verbände: Wichtige Akteure im Integrationsprozess Margarete Spohn, Stelle für interkulturelle Zusammenarbeit, München
17.30 Uhr Hindernisse und Blockaden: Zur Stigmatisierung islamischer Verbände Hubert Heinhold, Kanzlei Wächtler und Kollegen, München
18.00 Uhr Berichte aus der Praxis Mohamed Abuelqomsan, Islamische Gemeinde Erlangen Ute Strait-Aouichi, Islamische Gemeinde Nürnberg Benjamin Idriz, Bayram Yerli, Islamische Gemeinde Penzberg
In Penzberg: Erste Moschee in Deutschland mit Solaranlage
Solaranlage auf dem Flachdach des Islamischen Forums
Einladung zur
INBETRIEBNAHME unserer SOLARANLAGE
Im Herbst 2005 eröffneten wir feierlich das Islamische Forum. Nun freuen wir uns, endlich das Ziel erreicht zu haben, auch die geplante Solaranlage in Betrieb zu nehmen. Solaranlagen auf Dächern von sakralen Bauten gehören zur Rarität, auch sind Sie nicht selbstverständlich für Moscheen. Bislang ist noch keine aufgefallen, die in ihre Planungen eine derartige Energieversorgung überlegt hätte. Das ist unter anderem der Grund, warum wir den Bundesvorsitzenden der GRÜNEN, Herrn Cem Özdemir für unsere Veranstaltung gewinnen konnten. Er hatte nämlich versprochen bei der ersten Inbetriebnahme einer solchen Investition mit auf den Startknopf zu drücken. Dazu und unter unseren weiteren geladenen Gästen möchten wir auch sehr gerne Sie begrüßen und laden Sie herzlich
am Dienstag, den 07. Juli 2009, von 15.30 - 17.00 Uhr,
in das Islamische Forum, Bichler Str. 15, 82377 Penzberg ein.